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Zahnärzte:
Krank durch Amalgam?
Das Quecksilber aus Amalgam-Füllungen
könnte bei Zahnärzten zu gesundheitlichen Problemen
führen.
(jkm) - Britische Mediziner kommen
im Fachblatt "Occupational & Environmental Medicine"
zu diesem Schluss. Demnach weisen Zahnärzte deutlich erhöhte
Quecksilber-Gehalte in Urin und Gewebeproben auf, die Nieren-
und Gedächtnisprobleme nach sich ziehen könnten. Der
statistische Zusammenhang ist jedoch nicht eindeutig.
Karen Ritchie von der Universität
Glasgow und ihre Kollegen untersuchten 180 Zahnärzte und
180 wissenschaftliche Mitarbeiter der Universität. Die Zahnärzte
wurden gefragt, wie viele Stunden sie pro Woche arbeiteten und
wie oft sie dabei mit Amalgam-Füllungen hantierten.
An mehreren Stellen in ihren Praxen
wurde die Quecksilber-Konzentration in der Luft und an der Oberfläche
von Einrichtung und Instrumenten gemessen. Alle Probanden machten
ausführliche Angaben zu ihrem Gesundheitszustand, zur Zahl
ihrer Amalgam-Füllungen. Zudem gaben sie Haar-, Nagel- und
Urinproben ab und absolvierten psychologische Tests.
Vor allem die Quecksilber-Konzentration
im Urin der Zahnärzte war deutlich erhöht, berichten
die Forscher. Im Schnitt betrug sie das Vierfache des Wertes bei
den Universitätsangestellten und stieg mit der wöchentlichen
Arbeitszeit und der Zahl der eingesetzten bzw. entfernten Amalgam-Füllungen.
Zwar übertraf der Wert nur
bei einem Zahnarzt den behördlich festgelegten Grenzwert.
Gleichzeitig enthielt die Luft von zwei Dritteln der Zahnarztpraxen
aber deutlich mehr Quecksilber, als es die Arbeitsplatzvorschriften
erlaubten.
Zahnärzte klagten deutlich
häufiger über Nieren- und Gedächtnisprobleme, so
Ritchie und ihre Kollegen. Auch war ihr Reaktionsvermögen
bei einigen der psychologischen Tests deutlich schlechter. Diese
Ergebnisse lassen sich jedoch nicht eindeutig mit den erhöhten
Quecksilber-Konzentrationen in Verbindung bringen, betonen die
Forscher. Erstens waren nämlich nicht alle Zahnärzte
rein zufällig ausgewählt worden, sondern hatten sich
freiwillig zur Teilnahme an der Studie gemeldet.
Und zweitens waren die Zahnärzte
im Schnitt sieben Jahre älter als die Universitätsmitarbeiter.
Daher könnten diese Beobachtungen schlicht auf das höhere
Alter der Zahnärzte und die höhere Motivation derjenigen
zurückgehen, die sich als Opfer von Amalgam wähnten.
"Wie auch immer, Zahnarztpraxen
sollten regelmäßig überprüft werden, um eine
Belastung der Mitarbeiter durch überhöhte Quecksilber-Konzentrationen
zu vermeiden", schreiben die Forscher.
Zudem sei auch bei früheren
Studien ein Zusammenhang zwischen der Arbeit mit Amalgam-Füllungen
und beispielsweise Nierenproblemen hergestellt worden. Daher sollten
weitere Untersuchungen "zur Art dieses Zusammenhanges und
zu eventuell notwendigen Vorbeugemaßnahmen durchgeführt
werden."
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