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- 25.04.2002 -

 

 

 

 

 

 

 


 

Bundesamt für Strahlenschutz: Pilze und Wild radioaktiv belastet

Bestimmte Pilzarten und Wildbret sind auch 16 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl deutlich radioaktiv belastet.

Salzgitter (dpa) - Das haben Messungen des Bundesamtes für Strahlenschutz in Südbayern und im Bayerischen Wald ergeben. Auch bei Waldbeeren, vor allem bei Preisel- und Heidelbeeren, hätten sich höhere Cäsium-137-Aktivitäten gefunden. Gesundheitliche Schäden seien bei einem Verzehr jedoch nicht zu befürchten.

Pilze sind nach diesen Angaben je nach Art und Standort unterschiedlich kontaminiert. Bei Semmelstoppelpilze seien Werte bis zu 3500, bei Maronen bis zu 2500 Becquerel pro Kilogramm (Bq/kg), gemessen worden. Deutlich höher habe die Belastung bei unterirdisch wachsenden Hirschtrüffeln gelegen mit rund 26 000 Bq/kg. Diese Trüffel werden vor allem von Wildschweinen gefressen.

Die Ernährungsgewohnheiten sind nach Ansicht des Bundesamtes Ursache für die unterschiedlich hohe Belastung von Wildtieren. Bei Wildschweinen sei eine durchschnittliche Kontamination von 7000 bis 9000 Bq/kg festgestellt worden, bei Rehwild von rund 800 Bq/kg.

Wer sich möglichst wenig Strahlungen aussetzen will, sollte nach Auskunft des Bundesamtes auf den Genuss dieser Lebensmittel verzichten. In Deutschland ist es nach diesen Angaben nicht erlaubt, Lebensmittel mit einem Radiocäsiumgehalt von mehr als 600 Bq/kg in den Handel zu bringen.

Die Katastrophe von Tschernobyl gilt als der bislang schwerste Unfall bei der zivilen Nutzung der Atomenergie. Am 26. April 1986 geriet der Reaktor außer Kontrolle, Explosionen sprengten das Gebäude. Es wurde 100 bis 200 Mal mehr Strahlung freigesetzt als bei den Atombomben von Hiroshima und Nagasaki. Das Ausmaß der Katastrophe ist bis heute nicht mit Sicherheit bekannt. Am stärksten wurde Weißrussland getroffen, doch die Strahlung erreichte auch weite Teile Westeuropas.

 Mehr Informationen:

Bundesamt für Strahlenschutz

vista verde: Atomenergie

 

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