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Bundesamt für Strahlenschutz: Pilze
und Wild radioaktiv belastet
Bestimmte Pilzarten und Wildbret
sind auch 16 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl
deutlich radioaktiv belastet.
Salzgitter (dpa) - Das haben Messungen
des Bundesamtes für Strahlenschutz in Südbayern und
im Bayerischen Wald ergeben. Auch bei Waldbeeren, vor allem bei
Preisel- und Heidelbeeren, hätten sich höhere Cäsium-137-Aktivitäten
gefunden. Gesundheitliche Schäden seien bei einem Verzehr
jedoch nicht zu befürchten.
Pilze sind nach diesen Angaben
je nach Art und Standort unterschiedlich kontaminiert. Bei Semmelstoppelpilze
seien Werte bis zu 3500, bei Maronen bis zu 2500 Becquerel pro
Kilogramm (Bq/kg), gemessen worden. Deutlich höher habe die
Belastung bei unterirdisch wachsenden Hirschtrüffeln gelegen
mit rund 26 000 Bq/kg. Diese Trüffel werden vor allem von
Wildschweinen gefressen.
Die Ernährungsgewohnheiten
sind nach Ansicht des Bundesamtes Ursache für die unterschiedlich
hohe Belastung von Wildtieren. Bei Wildschweinen sei eine durchschnittliche
Kontamination von 7000 bis 9000 Bq/kg festgestellt worden, bei
Rehwild von rund 800 Bq/kg.
Wer sich möglichst wenig
Strahlungen aussetzen will, sollte nach Auskunft des Bundesamtes
auf den Genuss dieser Lebensmittel verzichten. In Deutschland
ist es nach diesen Angaben nicht erlaubt, Lebensmittel mit einem
Radiocäsiumgehalt von mehr als 600 Bq/kg in den Handel zu
bringen.
Die Katastrophe von Tschernobyl
gilt als der bislang schwerste Unfall bei der zivilen Nutzung
der Atomenergie. Am 26. April 1986 geriet der Reaktor außer
Kontrolle, Explosionen sprengten das Gebäude. Es wurde 100
bis 200 Mal mehr Strahlung freigesetzt als bei den Atombomben
von Hiroshima und Nagasaki. Das Ausmaß der Katastrophe ist
bis heute nicht mit Sicherheit bekannt. Am stärksten wurde
Weißrussland getroffen, doch die Strahlung erreichte auch
weite Teile Westeuropas.
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