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Fossilienfund:
"Mutter der Kletterer"
Das Fossil eines mausgroßen
Säugers aus der Zeit der Dinosaurier haben Forscher in China
gefunden. Sie halten das Tier für den ersten guten Kletterer.
(jkm) - Im Mesozoikum, der Zeit
vor 225 bis 65 Millionen Jahren, dominierten die Dinosaurier die
Erde. Fast zeitgleich mit den ersten Echsen sollen auch schon
primitive Säugetiere aufgetreten sein. Diese wuchsen allerdings
lange Zeit nicht über die Größe von Mäusen
hinaus.
Einen derartigen mausgroßen
Säuger können chinesische und amerikanische Forscher
jetzt im Magazin "Nature" präsentieren. Ihr Fossil
stammt aus der Yixian-Formation in der chinesischen Provinz Liaoning
- inzwischen weltberühmt für seine zahlreichen Fossilienfunde.
Das neue Fossil ist mit rund 125
Millionen Jahre nicht der erste Säuger, wohl aber das älteste
vollständig erhaltene Exemplar der Infraklasse Eutheria.
Das nächste vergleichbar gute Exemplare ist 40 bis 50 Millionen
Jahre jünger, dazwischen gibt es nur wenige Funde, die selten
aus mehr als einzelnen Knochen oder Zähnchen bestehen.
Ihren Fund haben die Forscher
Eomaia scansoria genannt - übersetzt etwa "Mutter der
Kletterer". Dieser Name spricht für sich: Die Forscher
glauben, der Säuger sei der erste gute Kletterer gewesen,
der sich in Büschen und auf Bäumen seine Nahrung suchen
konnte. Darauf deuten die Zehen und Krallen des Tieres hin, die
wahrscheinlich das Umgreifen von Ästen und Zweigen ermöglicht
haben.
Kaum zehn Zentimeter lang war
der Körper von Eomaia, dazu kommen noch einmal fast sechs
Zentimeter Schwanz. Als Abdruck erhalten hat sich auch das Fell
des zu Lebzeiten 25 Gramm schweren Tieres. Eomaia dürfte
sich überwiegend von Insekten ernährt und selbst auf
dem Speiseplan kleiner Saurier gestanden haben.
Das Skelett lässt vermuten,
dass der kleine Säuger eher den Plazentatieren als den Beuteltieren
angehörte. Das schmale Becken legt allerdings nahe, dass
die Jungen in einem sehr frühen Stadium auf die Welt kamen.
Vermutlich trennte sich der Stammbaum von Plazenta- und Beuteltieren
schon vor dem Auftreten von Eomaia, schreiben die Forscher um
Qlang Ji von der Chinese Academy of Geological Sciences und John
R. Wible vom Carnegie Museum of Natural History.
Bei Plazentatieren, der heute
dominierenden Gruppe der Säuger, wächst der Nachwuchs
vollständig in der Gebärmutter heran und ist bei der
Geburt sofort lebensfähig. Beuteltier-Weibchen besitzen dagegen
keine oder nur eine kleine Plazenta.
Ihre Jungen werden früher
geboren und verbringen eine Zwischenphase im Beutel der Mutter,
bevor sie das Licht der Welt erblicken. Über den Stammbaum
beider Säugerlinien könnte der neue Fund noch wichtige
Informationen liefern, hoffen die Forscher.
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