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- 25.04.2002 -

 

 

 

 

 

 

 


 

Fossilienfund: "Mutter der Kletterer"

Das Fossil eines mausgroßen Säugers aus der Zeit der Dinosaurier haben Forscher in China gefunden. Sie halten das Tier für den ersten guten Kletterer.

(jkm) - Im Mesozoikum, der Zeit vor 225 bis 65 Millionen Jahren, dominierten die Dinosaurier die Erde. Fast zeitgleich mit den ersten Echsen sollen auch schon primitive Säugetiere aufgetreten sein. Diese wuchsen allerdings lange Zeit nicht über die Größe von Mäusen hinaus.

Einen derartigen mausgroßen Säuger können chinesische und amerikanische Forscher jetzt im Magazin "Nature" präsentieren. Ihr Fossil stammt aus der Yixian-Formation in der chinesischen Provinz Liaoning - inzwischen weltberühmt für seine zahlreichen Fossilienfunde.

Das neue Fossil ist mit rund 125 Millionen Jahre nicht der erste Säuger, wohl aber das älteste vollständig erhaltene Exemplar der Infraklasse Eutheria. Das nächste vergleichbar gute Exemplare ist 40 bis 50 Millionen Jahre jünger, dazwischen gibt es nur wenige Funde, die selten aus mehr als einzelnen Knochen oder Zähnchen bestehen.

Ihren Fund haben die Forscher Eomaia scansoria genannt - übersetzt etwa "Mutter der Kletterer". Dieser Name spricht für sich: Die Forscher glauben, der Säuger sei der erste gute Kletterer gewesen, der sich in Büschen und auf Bäumen seine Nahrung suchen konnte. Darauf deuten die Zehen und Krallen des Tieres hin, die wahrscheinlich das Umgreifen von Ästen und Zweigen ermöglicht haben.

Kaum zehn Zentimeter lang war der Körper von Eomaia, dazu kommen noch einmal fast sechs Zentimeter Schwanz. Als Abdruck erhalten hat sich auch das Fell des zu Lebzeiten 25 Gramm schweren Tieres. Eomaia dürfte sich überwiegend von Insekten ernährt und selbst auf dem Speiseplan kleiner Saurier gestanden haben.

Das Skelett lässt vermuten, dass der kleine Säuger eher den Plazentatieren als den Beuteltieren angehörte. Das schmale Becken legt allerdings nahe, dass die Jungen in einem sehr frühen Stadium auf die Welt kamen. Vermutlich trennte sich der Stammbaum von Plazenta- und Beuteltieren schon vor dem Auftreten von Eomaia, schreiben die Forscher um Qlang Ji von der Chinese Academy of Geological Sciences und John R. Wible vom Carnegie Museum of Natural History.

Bei Plazentatieren, der heute dominierenden Gruppe der Säuger, wächst der Nachwuchs vollständig in der Gebärmutter heran und ist bei der Geburt sofort lebensfähig. Beuteltier-Weibchen besitzen dagegen keine oder nur eine kleine Plazenta.

Ihre Jungen werden früher geboren und verbringen eine Zwischenphase im Beutel der Mutter, bevor sie das Licht der Welt erblicken. Über den Stammbaum beider Säugerlinien könnte der neue Fund noch wichtige Informationen liefern, hoffen die Forscher.


Illustration:
Mark A. Klingler/CMNH

So soll der Urahn ausgesehen haben: Ein nachtaktiver Baumbewohner von etwa ein bis zwei Pfund Gewicht der mit Händen und Füssen greifen konnte und von Früchten und Insekten lebte.

 

 Mehr Informationen:

Carnegie-Museum

vista verde: Säugetiere

 

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