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Hong Kong: Rückkehr der "Hühner-Grippe"?
Im Jahr 1997 sorgten sechs
Todesfälle in Hong Kong für Entsetzen: Die Opfer waren
einem Grippe-Virus erlegen, das bis dahin nur bei Geflügel
aufgetreten war. Forscher befürchten jetzt die Rückkehr
des Virus.
(jkm) - Das Grippe-Virus hatte
damals offenbar die Barriere zwischen den Arten überschritten;
insgesamt 18 Menschen wurden infiziert. Die Gesundheitsbehörden
ließen über eine Million Hühner und anderes Geflügel
in Hong Kong und dem näheren chinesischen Umland schlachten.
Trotzdem befürchten jetzt chinesische Forscher die Rückkehr
des Virus.
Alarmiert wurden die Wissenschaftler
durch eine Gen-Analyse. Demnach ist jenes Influenza-Virus, das
im letzten Jahr eine schwere Grippewelle in der asiatischen Metropole
auslöste, mit dem Hühner-Virus aus dem Jahr 1997 verwandt.
Es trat in modifizierter Form auch im Februar diesen Jahres wieder
auf.
Dies ergaben Analysen am St Jude's
Children's Research Hospital in Memphis, Tennessee, wo man auf
die Untersuchung von Tier- Viren spezialisiert ist. Demnach hat
sich das berüchtigte Influenza- Virus aus dem Jahr 1997 weiterentwickelt;
der H5N1 Genotyp aus dem Jahr 2002 sei im Vergleich zum Vorjahr
komplexer geworden, berichtet der "New Scientist".
Guan Yi, Mikrobiologe an der Universität
Hong Kong, plädiert deshalb für die sofortige Schließung
aller Hühnerfarmen der Region. Es dürfe kein Geflügel
mehr vom chinesischen Festland importiert werden, wenn sich die
Epidemie von vor fünf Jahren nicht wiederholen solle, sagte
Yi der Zeitung "China Daily".
Die Behörden setzen wieder
auf Massenschlachtungen: Im Februar wurden 900.000 Hühner
getötet, Anfang April noch einmal 30.000 Tiere. Zeitgleich
geht eine neue Grippe in der Stadt um. Der Virenstamm wurde noch
nicht identifiziert.
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