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Evolution: Klimawandel schmiedete den
Menschen
Eine amerikanische Forschergruppe
sucht in den Klimaschwankungen während der vergangenen vier
Millionen eine Antwort auf die Frage, was den Menschen zum Menschen
machte.
(jkm) - Am sechsten Schöpfungstag
schuf Gott den Menschen zu seinem Ebenbild. Für ein Drittel
der Weltbevölkerung ist der biblische Schöpfungsbericht
die Grundlage ihres Glaubens und Wissens. Eine amerikanische Forschergruppe
sucht dagegen im globalen Klimawandel eine Antwort auf die Frage,
was den Menschen zum Menschen machte.
Drei Mitarbeiter des amerikanischen
Nationalmuseums, René Bobe, Anna Behrensmeyer und Ralph
Chapman, vergleichen in der aktuellen Ausgabe des "Journal
of Human Evolution" die Klimaveränderungen während
der vergangenen vier Millionen Jahre mit den Entwicklungssprüngen
in der Säugetierfauna Ostafrikas.
Ihre Studie ist Teil des Global
Change Research Program (USGCRP), das 1990 vom amerikanischen
Kongress eingerichtet wurde, um weltweite Veränderungen der
Umwelt zu beobachten, zu dokumentieren und vorherzusagen.
Als Vergleichsbasis wählten
die Wissenschaftler die besonders zahlreich erhaltenen Fossilien
im Tal des Omo-Flusses im Südwesten Äthiopiens. Die
zerklüfteten Schluchten des 900 Kilometer langen Stroms dienten
als Durchgangsstraße für alle Entwicklungsphasen des
Menschen, angefangen beim Australopithecus, dem aufrecht gehenden
"Südaffen".
Die säurearmen Böden
am Nordrand des Afrikanischen Grabens fördern die Konservierung
der fossilen Knochen. Außerdem ist in allen Erdschichten
Vulkanasche anzutreffen. Die eingelagerten Elemente Kalium und
Argon ermöglichen eine genaue Datierung der Funde selbst
aus erdgeschichtlichen Zeiten, in denen andere Verfahren versagen.
Im gesamten Zeitraum zwischen
3,4 und zwei Millionen Jahren vor heute beobachten die Forscher
einen ständigen Rückgang der Temperaturen und eine Zunahme
der Häufigkeit von Klimaumschwüngen mit ausgeprägten
Temperaturgegensätzen. Diesem Langzeittrend entspricht eine
Ausdünnung des dichten Baumbestands hin zu offenen Waldländern.
Vor 2,9 bis 2,7 Millionen Jahren
lässt sich erstmals eine deutliche Veränderung in der
Tierwelt feststellen. Die Zahl der Säugetiere wuchs wegen
der günstigen Nahrungsbedingungen ganz erheblich an, ohne
dass es zu einer Ausbreitung neuer Tierarten gekommen wäre.
Ein weiterer Wechsel vor etwa
2,5 Millionen Jahren fällt mit dem Auftreten des ersten Menschen,
den frühesten Werkzeugfunden und dem Aussterben des kräftig
gebauten Australopithecus zusammen.
Auf ein 200.000 Jahre dauerndes
Intervall, in dem sich die Tierwelt im Omo-Tal kaum verändert
hatte, folgte eine Zeit großer Schwankungen im Bestand der
Säugetiere. In dieser entscheidenden Epoche von 100.000 Jahren
setzte sich der moderne Mensch gegen seine Vorfahren durch.
Dennoch meinen die Forscher, dass
die Veränderungen in der Tierwelt nicht vom Menschen verursacht
wurden. "Wir schließen," so schreiben sie, "dass
der Klimawandel bedeutende Veränderungen der Vegetation im
vorzeitlichen Ökosystem des Omo-Tales auslöste und eine
plausible Erklärung für den allmählichen ökologischen
Wandel vom dichten Baumwuchs zum offenen Waldland bietet."
Für den Erfolg des modernen
Menschen ist demnach seine große Anpassungsfähigkeit
an einen häufigen und schnellen Wechsel des Klimas, der Vegetation
und des Tierbestands verantwortlich.
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