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- 18.04.2002 -

 

 

 

 

 

 

 


 

Antibiotikaresistenz: Wie Bakterien hartnäckig werden

Amerikanische Molekularbiologen haben herausgefunden, wie harmlose Bakterien zu gefährlichen Erregern werden.

(jkm) - Wie die Forscher im Magazin "Nature" berichten, sind die Antibiotikaresistenz und das Zusammenrotten in widerstandsfähigen Konglomeraten keine getrennten Phänomene. Vielmehr sind sie Ausdruck einer generellen Umstellung der Lebensweise, die unter bestimmten Umweltbedingungen erfolgt.

Bakterien der Art Pseudomonas aeruginosa sind in Boden und Wasser weit verbreitet. Für gesunde Menschen stellen sie normalerweise keine ernsthafte Gefahr dar. Vor allem in den Lungen von Patienten mit Cystischer Fibrose können die Mikroben jedoch so genannte Biofilme bilden. Diese hartnäckigen Schleimgebilde widerstehen dauerhaft selbst hochdosierten Antibiotika und führen oft zu lebensbedrohlichen Lungenentzündungen.

Eliana Drenkard und Frederick Ausubel von der Harvard Medical School in Boston, Massachusetts, wollten nun herausfinden, ob die Biofilme an sich schon einen Schutz vor Antibiotika darstellen oder ob in ihnen ohnehin nur antibiotikaresistente Bakterien leben. Dazu ließen sie Pseudomonas-Bakterien in Gegenwart verschiedener Antibiotika wachsen. Die meisten Zellen starben, etwa jede Millionste Zelle schaffte es jedoch, eine resistente Kolonie zu bilden.

Schon rein äußerlich unterschieden diese Kolonien sich von normalen Kolonien - sie waren kleiner und weniger ausgefranst. Ihre Bewohner zeigten einen ausgeprägten Hang, sich an Oberflächen und ihresgleichen anzulagern, und konnten in relativ kurzer Zeit große und äußerst resistente Biofilme bilden. Ähnlich verhielten sich Bakterien, die von Patienten mit Cystischer Fibrose stammten.

Wurden solche "abgehärteten" Kolonien zurück auf ein antibiotikafreies Medium gebracht, entstanden nach einiger Zeit wieder normale Tochterkolonien. Daher glauben die Forscher, dass die Bakterien ihre Lebensweise nur vorübergehend an die Umweltbedingungen angepasst hatten.

Ein einfaches Experiment bekräftigte diese Hypothese: Wurden die Mikroben neben einem Antibiotikum auch noch mit Kälte, hohen Salzkonzentrationen oder Nährstoffmangel konfrontiert, vollzogen mehr als zehn Prozent den Übergang zu der widerstandsfähigen Lebensweise. "Diese Daten lassen vermuten, dass die an der Bildung antiobiotikaresistenter Varianten beteiligten Komponenten von Umweltsignalen reguliert werden", schreiben Drenkard und Ausubel.

Bei ihrer Suche nach dem Kontrollmechanismus stießen sie auf ein Protein, das den Bakterien die Rückkehr zur normalen, empfindlichen Lebensweise zu signalisieren scheint. Dieser "phenotype variant regulator" (pvrR) weist Ähnlichkeit mit Signalproteinen in anderen Bakterien auf. Eine medikamentöse Beeinflussung dieses Signalsystems könnte die Biofilme in Patienten mit Cystischer Fibrose wieder anfällig für Antibiotika machen, glauben die Wissenschaftler.

 Mehr Informationen:

Ausubel Lab

Resistenz von Bakterien

Cystische Fibrose

Mukoviszidose e.V.

CF-Selbsthilfe Bundesverband e.V.

 

 

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