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- 16.04.2002 -

 

 

 

 

 

 


 

Naturmedizin: Stärker gefragt - aber Ärzte verordnen weniger

Immer mehr Menschen greifen bei leichteren Erkrankungen zu Naturheilmitteln. Ärzte verschreiben indes trotz der hohen Akzeptanz bei Patienten immer weniger solcher Mittel.

Bonn (dpa) - Immer mehr Deutsche setzen auf Naturmedizin. Fast drei Viertel (73 Prozent) aller Bürger greifen bei leichteren Erkrankungen wie Erkältung, Magenbeschwerden oder Schlaflosigkeit zumindest gelegentlich zu Arzneien auf pflanzlicher Basis.

Einer repräsentativen Umfrage zufolge verschreiben Ärzte indes immer weniger Naturheilmittel. Das sagte die Direktorin des Instituts für Demoskopie Allensbach, Elisabeth Noelle-Neumann, am Dienstag in Bonn.

1970 hatten nur 52 Prozent der Bundesbürger (alte Länder) pflanzliche Mittel verwendet - vorwiegend Frauen aus gebildeteren Schichten. Inzwischen vertrauten auch früher eher zurückhaltende Männer auf Naturmedizin zu Therapie, Begleitmedikation oder auch Vorbeugung. Auch die Bildung spiele keine so große Rolle mehr, sagte Noelle-Neumann.

Naturarzneien werden nach ihren Worten künftig noch beliebter werden. Das sei vor allem auf die ausgeprägte Sorge vor Nebenwirkungen chemisch-synthetischer Medikamente zurückzuführen.

Die Naturheilmittel (Phytopharmaka) profitierten zudem von einem Trend zur Selbstmedikation. Bei leichten Erkrankungen gingen die Menschen heute seltener zum Arzt. Fast zwei Drittel (62 Prozent) sind inzwischen der Ansicht, wegen einer Kleinigkeit sei kein Arztbesuch erforderlich. 1978 waren es nur 44 Prozent.

Die Mehrheit der 2172 Befragten ist bereit, bei vom Arzt verschriebenen Naturheilmitteln bis zu rund 30 Prozent des Preises selbst zu bezahlen. Rund drei Viertel der gesetzlich Versicherten wollen, dass die pflanzlichen Medikamente weiter auf Kassenrezept verordnet werden können.

Die ärztlichen Verordnungen von Naturheilmitteln sanken der Studie zufolge um rund 10 Prozent gegenüber 1997. Den Grund dafür sehen die Arzneimittelhersteller in der Gesundheitspolitik der Bundesregierung und der Krankenkassen.

 Mehr Informationen:

Institut für Demoskopie Allensbach

vista verde: Gesundheit

 

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