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Umweltverschmutzung: Europas Kinder schwer
belastet
In der Lebenswelt europäischer
Kindern lauern immer mehr Umweltgefahren, denen das junge Immunsystem
noch nicht gewachsen ist.
(jkm) - Auf diese Gefahr haben
jetzt die Weltgesundheitsorganisation WHO und die Europäische
Umweltagentur (EEA) hingewiesen. In einer gemeinsamen Studie kommen
die Organisationen zu dem Schluss, dass bei 40 Prozent aller umweltbedingten
Krankheiten Kinder unter fünf Jahren die Leittragenden sind.
Kinder reagieren laut EEA besonders
empfindlich auf die Langzeitwirkung schädigender Chemikalien.
In Kontakt mit den Substanzen kommen sie meist über Spielzeug
oder belastetes Erdreich. Umgerechnet auf das Körpergewicht
atmen, trinken und essen Kinder mehr als Erwachsene. Sie nehmen
dadurch auch verhältnismäßig mehr Schadstoffe
auf, so die Studie.
Der kindliche Körper müsse
heute mit über 15.000 synthetischen Chemikalien umgehen können,
gibt Domingo Jimenez-Beltran von der Umweltagentur zu bedenken.
Die meisten dieser Stoffe sind erst in den letzten 50 Jahren entwickelt
worden, ihre langfristigen Folgen auf die Umwelt sind häufig
unbekannt.
Asthma, Allergien und umweltbedingte
Krankheiten hätten unannehmbare Ausmaße erreicht, kritisierte
Jimenez-Beltran anlässlich der Präsentation der Studie.
Eine der Folgen: Schon bei jedem 500. Europäer unter 15 Jahren
wird Krebs diagnostiziert.
Die Studie zeigt gleichzeitig
ein Ost-West-Gefälle der Krankheiten auf. Unter Asthma leiden
beispielsweise in Westeuropa zehnmal mehr Kinder als in Osteuropa.
Allein in acht italienischen Metropolen sind jährlich 30.000
Asthma-Anfälle bei Kindern unter 15 Jahren zu verzeichnen.
Kinder aus dem Umfeld von Hauptverkehrsstraßen tragen das
doppelte Asthma-Risiko. Osteuropäische Kinder leiden dagegen
noch immer unter Schadstoffen aus der maroden Schwerindustrie.
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