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- 16.04.2002 -

 

 

Umweltverschmutzung: Europas Kinder schwer belastet

In der Lebenswelt europäischer Kindern lauern immer mehr Umweltgefahren, denen das junge Immunsystem noch nicht gewachsen ist.

(jkm) - Auf diese Gefahr haben jetzt die Weltgesundheitsorganisation WHO und die Europäische Umweltagentur (EEA) hingewiesen. In einer gemeinsamen Studie kommen die Organisationen zu dem Schluss, dass bei 40 Prozent aller umweltbedingten Krankheiten Kinder unter fünf Jahren die Leittragenden sind.

Kinder reagieren laut EEA besonders empfindlich auf die Langzeitwirkung schädigender Chemikalien. In Kontakt mit den Substanzen kommen sie meist über Spielzeug oder belastetes Erdreich. Umgerechnet auf das Körpergewicht atmen, trinken und essen Kinder mehr als Erwachsene. Sie nehmen dadurch auch verhältnismäßig mehr Schadstoffe auf, so die Studie.

Der kindliche Körper müsse heute mit über 15.000 synthetischen Chemikalien umgehen können, gibt Domingo Jimenez-Beltran von der Umweltagentur zu bedenken. Die meisten dieser Stoffe sind erst in den letzten 50 Jahren entwickelt worden, ihre langfristigen Folgen auf die Umwelt sind häufig unbekannt.

Asthma, Allergien und umweltbedingte Krankheiten hätten unannehmbare Ausmaße erreicht, kritisierte Jimenez-Beltran anlässlich der Präsentation der Studie. Eine der Folgen: Schon bei jedem 500. Europäer unter 15 Jahren wird Krebs diagnostiziert.

Die Studie zeigt gleichzeitig ein Ost-West-Gefälle der Krankheiten auf. Unter Asthma leiden beispielsweise in Westeuropa zehnmal mehr Kinder als in Osteuropa. Allein in acht italienischen Metropolen sind jährlich 30.000 Asthma-Anfälle bei Kindern unter 15 Jahren zu verzeichnen. Kinder aus dem Umfeld von Hauptverkehrsstraßen tragen das doppelte Asthma-Risiko. Osteuropäische Kinder leiden dagegen noch immer unter Schadstoffen aus der maroden Schwerindustrie.

 Mehr Informationen:

WHO Europa

Pressemeldung der European Environment Agency

vista verde: Gesundheit

 

 

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