|
Landwirtschaft: Mit Bakterien gegen
Pestizide
Bakterien können landwirtschaftlich
genutzte Flächen und Gerätschaften von organischen Phosphaten
befreien. Einen Bakterienstamm gegen diese Pestizid-Rückständen
haben kalifornische Chemiker gezüchtet.
(jkm) - Ashok Mulchandani und
seine Kollegen von der University of California in Riverside setzten
zu diesem Zweck modifizierte Escherichia coli-Bakterien ein.
Bisher müssen organische
Phosphate aufwändig ausgewaschen und dann verbrannt werden.
Weil aber auch das Waschen belasteter Gerätschaften die Umwelt
kontaminieren kann, suchte Mulchandanis Team eine biologische
Alternative. Sie bauten in E. coli-Bakterien ein Enzym ein, mit
dessen Hilfe schon natürliche Boden-Mikroben erfolgreich
gegen Phosphate vorgehen.
Durch die Veränderung des
Enzyms fanden die Forscher eine Variante, die Phosphate 25 mal
schneller zersetzt als das natürliche Ursprungs-Enzym. Zusätzlich
fügten sie ein Protein ein, das die Bakterien an Zellulose
bindet, so dass sie nicht von Chemikalien ausgewaschen werden
können.
Nicht nur als Rückstände
in Pestiziden und Insektiziden sind die organischen Phosphate
gefürchtet. Aus ihnen lassen sich auch chemische Waffen gewinnen.
Beispielhaft hat das die japanische Aum-Sekte im Jahr 1995 vorgeführt,
als Sektenmitglieder das Nervengas Sarin in der U-Bahn freisetzten.
Ähnliches könnten Terroristen
wiederholen, fürchten Sicherheitsexperten. Die Forscher hoffen,
mit Hilfe des Enzyms ein Gegenmittel entwickeln zu können.
|