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- 12.04.2002 -

 

 

 

 

 

 

 


 

Affe und Mensch: Gene unterschiedlich aktiv

Was unterscheidet den Mensch vom Affen? Leipziger Forscher verglichen die Benutzung der Gene zwischen Mensch und Schimpanse.

(jkm) - Menschen und Schimpansen sind genetisch sehr ähnlich, sie haben zu 98,7% die gleiche Erbsubstanz. Warum wir uns von unseren tierischen Verwandten trotzdem so deutlich unterscheiden, können Max-Planck-Genetiker jetzt erklären. Sie stellten bei umfangreichen Erbgut-Vergleichen fest, dass die Gene vor allem im Gehirn stark unterschiedlich aktiv sind.

Das internationale Forscherteam unter der Leitung von Svante Pääbo, Direktor am Max-Planck Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, verglich die Gene von Menschen, Schimpansen, Orang-Utans und Makaken in Gehirn, Leber und Blut.

Insgesamt sequenzierten die Forscher rund drei Millionen Basenpaare - 0,1 Proeznt des Schimpansen-Genoms. Im Vergleich zu den entsprechenden Abschnitten im menschlichen Genom waren durchschnittlich 987 von 1000 Basen identisch.

"1,3 Prozent Unterschied klingt eigentlich nicht viel, aber es addiert sich zu einem Heuhaufen von 39 Millionen möglichen Unterschieden", gibt Max-Planck-Forscher Wolfgang Enard zu bedenken. "Die wenigen Unterschiede zu finden, die tatsächlich etwas bewirken, ist die eigentliche große Herausforderung."

Wie die Forscher im Magazin "Science" berichten, wird eine erhebliche Anzahl von Genen bei Mensch und Schimpanse unterschiedlich benutzt. Dabei scheinen sich im Laufe der Evolution im menschlichen Gehirn wesentlich stärkere Veränderungen ergeben zu haben als beim Schimpansen: Fast viermal so viele Unterschiede haben sich im menschlichen Gehirn angehäuft.

Projektleiter Svante Pääbo sagt dazu: "Anfangs waren wir nicht sicher, ob wir auch nur einen signifikanten Unterschied finden würden. Jetzt haben wir Hunderte." Vergleichbares war in der Leber nicht festzustellen.

Pääbos Gruppe untersuchte ergänzend auch drei Mäusearten, die untereinander ungefähr so nahe miteinander verwandt sind wie Mensch, Schimpanse und Orang-Utan. Hierbei stellten sie allerdings fest, dass bei Mäusen keine starke Veränderung der Genexpression im Gehirn auftritt.

Welche der gefundenen Unterschiede eine funktionelle Relevanz haben, ist noch lange nicht geklärt, da man die Funktion der meisten Gene noch nicht genau kennt. Die weitere Grundlagenforschung könnte aber eines Tages zu medizinischen zwecken genutzt werden, glauben die Forscher.

Sie erhoffen sich Hinweise, warum Schimpansen gegen AIDS resistent sind und weniger Krebs bekommen als der Mensch. Auch Alzheimer und Malaria sind bei Mensch und Schimpanse unterschiedlich verbreitet. Den dafür mitverantwortlichen Genen will Pääbos Team auf der Spur bleiben.


© MPI für evolutionäre Anthropologie

Was unterscheidet den Mensch vom Affen? Leipziger Forscher verglichen die Benutzung der Gene zwischen Mensch und Schimpanse. Rote und grüne Kästchen im Hintergrund repräsentieren Gene, die stärker im Menschen (rot) bzw. stärker im Schimpansen benutzt werden.

 

 Mehr Informationen:

Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie

 

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