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- 11.04.2002 -

 

 

 

 

 

 


 

Mutation: Die Evolution ist männlich

Männer sind fehlerhafte Wesen, das zeigt schon ein Blick in ihr Erbgut: In Samenzellen kommen etwa fünfmal so viele Mutationen vor wie in Eizellen, sagen Forscher. Für die Menschheit sei das ein Segen, denn Fehler und Zufälle hielten die Evolution in Gang.

(jkm) - "Mutation ist die ultimative Quelle für Veränderung", weiß der Evolutionsforscher Wen-Hsiung Li von der University of Chicago und betont, die Mutationsrate sei bei Männer sehr viel höher als bei Frauen. Die Forschung sah das eigentlich seit fünfzig Jahren auch so, doch neue Studien aus den Jahren 2000 und 2001 hatten die Theorie ins Wanken gebracht. Demnach sollten bei Männern "nur" doppelt so viele Erbgut- Mutationen vorkommen wie bei Frauen.

Wen-Hsiung Li und seine Kollegin Kateryna Makova meinen, die Wissenschaftler sollten sich wieder auf die alte Sichtweise besinnen. Im Magazin "Nature" argumentieren sie, man müsse Mutationsraten über möglichst große Zeiträume betrachten.

Das Duo beruft sich auf eigene DNA-Untersuchungen an Menschen, Schimpansen und Gorillas. Li und Makova konzentrierten sich dabei auf Sequenzen auf dem Chromosom 3 und dem männlichen Y-Chromosom. Die Vergleiche belegen, dass das männliche Erbgut vier- bis sechsmal so häufig wie das weibliche mutiert.

Im männlichen Erbgut falle die Mutationsrate schon deshalb höher aus, weil sich Spermien im Laufe des männlichen Lebens immer wieder teilen, erklärt Li. Die weibliche Eizelle erlebe dagegen höchstens 24 Stufen der Reifeteilung.

Beim Mann komme es mit zunehmendem Alter zu immer mehr Mutationen - was aber kein Grund zur Sorge sei, so Li: "Die Mutationsrate ist sehr gering, so dass ihr Anstieg beim Individuum kaum merklich verläuft." Auf die Gesundheit des Einzelnen habe das in der Regel keinen Einfluss, im Erbgut und somit in den Spermien konzentrierten sich aber die Fehler.

 Mehr Informationen:

University of Chicago, Department of Ecology and Evolution
 

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