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Mutation: Die Evolution ist männlich
Männer sind fehlerhafte
Wesen, das zeigt schon ein Blick in ihr Erbgut: In Samenzellen
kommen etwa fünfmal so viele Mutationen vor wie in Eizellen,
sagen Forscher. Für
die Menschheit sei das ein Segen, denn Fehler und Zufälle
hielten die Evolution in Gang.
(jkm) - "Mutation ist die
ultimative Quelle für Veränderung", weiß
der Evolutionsforscher Wen-Hsiung Li von der University of Chicago
und betont, die Mutationsrate sei bei Männer sehr viel höher
als bei Frauen. Die Forschung sah das eigentlich seit fünfzig
Jahren auch so, doch neue Studien aus den Jahren 2000 und 2001
hatten die Theorie ins Wanken gebracht. Demnach sollten bei Männern
"nur" doppelt so viele Erbgut- Mutationen vorkommen
wie bei Frauen.
Wen-Hsiung Li und seine Kollegin
Kateryna Makova meinen, die Wissenschaftler sollten sich wieder
auf die alte Sichtweise besinnen. Im Magazin "Nature"
argumentieren sie, man müsse Mutationsraten über möglichst
große Zeiträume betrachten.
Das Duo beruft sich auf eigene
DNA-Untersuchungen an Menschen, Schimpansen und Gorillas. Li und
Makova konzentrierten sich dabei auf Sequenzen auf dem Chromosom
3 und dem männlichen Y-Chromosom. Die Vergleiche belegen,
dass das männliche Erbgut vier- bis sechsmal so häufig
wie das weibliche mutiert.
Im männlichen Erbgut falle
die Mutationsrate schon deshalb höher aus, weil sich Spermien
im Laufe des männlichen Lebens immer wieder teilen, erklärt
Li. Die weibliche Eizelle erlebe dagegen höchstens 24 Stufen
der Reifeteilung.
Beim Mann komme es mit zunehmendem
Alter zu immer mehr Mutationen - was aber kein Grund zur Sorge
sei, so Li: "Die Mutationsrate ist sehr gering, so dass ihr
Anstieg beim Individuum kaum merklich verläuft." Auf
die Gesundheit des Einzelnen habe das in der Regel keinen Einfluss,
im Erbgut und somit in den Spermien konzentrierten sich aber die
Fehler.
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