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TPT: Fungizid schädigt Immunsystem
Pflanzenschutzmittel mit Triphenylzinn
(TPT) können das menschliche Immunsystem nachhaltig schädigen.
Dies passiert schon nach kurzzeitigem Kontakt mit TPT, haben amerikanische
Forscher jetzt nachgewiesen.
(jkm) - Triphenylzinn ist seit
Jahren weltweit umstritten. Die Chemikalie ist Bestandteil zahlreicher
Fungizide und Pestizide und wird u.a. in den USA auf Kartoffeln
und Zuckerrüben versprüht. Unter dem Namen "Brestan"
war ein TPT-haltiges Pflanzenschutzmittel auch in Deutschland
in Gebrauch. Es wurde bis zu seinem Verbot im August 2001 zur
Bekämpfung der Kraut- und Knollenfäule bei Kartoffeln
eingesetzt.
Zum Verbot führte der Umstand,
dass TPT den Hormonhaushalt schädigen kann. Dies war in Tierversuchen
nachgewiesen worden. Jetzt entdeckten die Chemikerin Margaret
Whalen und ihre Kollegen von der Tennessee State University in
Nashville, dass das körpereigene Abwehrsystem des Menschen
durch den Wirkstoff geschwächt wird.
"Unsere Ergebnisse zeigen,
dass schon ein kurzer Kontakt mit TPT eine dauerhafte Unterdrückung
wichtiger Funktionen im menschlichen Immunsystem bewirkt",
berichtete Whalen auf einem Fachkongress der American Chemical
Society.
Natürliche Killerzellen,
die als erste Verteidigungslinie des Körpers Infektionen
und Tumore im Frühstadium bekämpfen, verlieren schon
nach einstündigem Kontakt mit TPT 50 bis 60 Prozent ihrer
Funktionsfähigkeit. Einmal geschädigte Killerzellen
können sich auch nicht wieder regenerieren, sagen die Forscher.
Dies ermittelten sie mit Hilfe von Blutkrebszellen, gegen die
die geschwächte Immunabwehr nichts mehr ausrichten konnte.
Whalen schränkt ein, dass
Feldarbeiter, die TPT-haltige Mittel versprühen, wahrscheinlich
geringeren Dosen ausgesetzt seien als die Zellkulturen im Labor.
Um die reale Belastung der Beschäftigten in der Landwirtschaft
einschätzen zu können, will die Forscherin jetzt Blutproben
sammeln und gezielt auf TPT- Rückstände untersuchen.
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