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- 04.04.2002 -

 

 

 

 

 

 

 


 

Formel 1: Größere Spermien-"Motoren" bei promisken Primaten

Paaren sich die Weibchen einer Tierart mit mehreren Geschlechtspartnern, müssen die Männchen um die Vaterschaft konkurrieren - auch mit Hilfe der Form ihrer Spermien.

(jkm) - Zwei amerikanische Zoologen haben jetzt herausgefunden, dass bei promisken Primatenarten die Samenzellen besonders große Mittelstücke aufweisen, in denen die Energie für ihre Fortbewegung erzeugt wird.

Ein 40 Kilogramm schwerer Schimpanse besitzt größere Hoden als ein 200 Kilogramm schwerer Gorilla. Die Ursache für dieses "Missverhältnis" wird in den verschiedenen Paarungssystemen der zwei Arten vermutet. Während ein dominantes Gorillamännchen sich seiner Sache relativ sicher sein kann, paaren sich Schimpansenweibchen immer wieder mit verschiedenen Männchen.

Daher, so die Theorie, hat der Wettbewerb zwischen den Schimpansenmännchen im Laufe der Zeit zu immer größeren Hoden geführt, um die Spermienproduktion und dadurch die Chancen auf eine Vaterschaft zu erhöhen. Ähnliche Effekte dieser "Spermienkonkurrenz" findet man im gesamten Tierreich von Nematoden über Krebse bis hin zu Vögeln.

Matthew Anderson und Alan Dixson von der Zoological Society of San Diego, Kalifornien, vermaßen nun Spermien von 31 unterschiedlich promisken Primatenarten. Wie die Forscher im Magazin "Nature" berichten, sind Kopf und Schwanzstück der Spermien bei allen Arten ähnlich groß.

Ganz anders jedoch das Mittelstück, wo die Energie für den Peitschenschlag des Schwanzstücks und damit für die Fortbewegung der Samenzellen produziert wird. Bei promisken Arten weist das Mittelstück ein deutlich größeres Volumen auf als bei solchen Arten, bei denen ein Männchen das Monopol auf die Fortpflanzung hat.

Dieser Zusammenhang blieb auch bestehen, wenn die Forscher das Volumen des Spermien-Mittelstücks gegen das relative Hodengewicht der jeweiligen Art auftrugen. Für die Größe von Kopf und Schwanzstück zeigte sich wiederum kein Zusammenhang. Anderson und Dixson glauben, dass ein größeres Mittelstück mehr Mitochondrien enthält und damit mehr Energie für den Vortrieb der Samenzelle liefern kann.

"Die von uns beobachteten größeren Mittelstück-Volumina bei Primaten mit Mehr-Partner- Paarungssystemen, in denen die Spermienkonkurrenz besonders ausgeprägt ist, könnten daher das Resultat einer Selektion für höhere Mitochondrienzahlen und größere Beweglichkeit sein", schreiben die Forscher.


© ArtToday

Gorillamännchen: Monopol auf die Fortpflanzung

 

 Mehr Informationen:

Center for the Reproduction of Endangered Species

 

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