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Experte: Chemische Keule im Haushalt
ist nicht hygienischer
Viele angeblich besonders
hygienische Putzmittel säubern nach Ansicht Freiburger Experten
nicht gründlicher als herkömmliche Haushaltsreiniger.
Freiburg (dpa) - «Die teuren
antibakteriellen oder desinfizierenden Putzmittel sind pure Augenwischerei»,
sagte der Hygiene-Experte Franz Daschner am Dienstag in Freiburg.
Das von Daschner geleitete Institut
für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene der Universitätsklinik
Freiburg hat im Auftrag des Südwestrundfunks (SWR) Haushaltsreiniger
untersucht und deren Wirksamkeit getestet. Sämtliche Mittel
brachten demnach nicht den versprochenen Erfolg.
In dem Test waren drei Stellen
mit der gleichen Anzahl krank machender Keime verschmutzt worden.
Anschließend wurden die Stellen mit einem antibakteriellen,
einem desinfizierenden und einem konventionellen Haushaltsreiniger
gesäubert. Unmittelbar nach dem Wischen sowie nach vier Stunden
wurde die Zahl der Keime gemessen.
Das Ergebnis: «Die konventionellen
Putzmittel haben genau die gleiche Wirksamkeit wie die deutlich
teureren chemischen Reiniger», sagte Daschner.
Eine übertriebene Hygiene
im Haushalt sei nicht nur überflüssig, sondern auch
gesundheitlich bedenklich. «Keime machen nur ganz selten
krank. Im Gegenteil: Wir sind vielfach zu sauber. Und das macht
uns krank», sagte Daschner.
Jeder vierte Jugendliche sei inzwischen
Allergiker. Durch zu viel Hygiene und zu wenig Stimulierung des
Immunsystems wachse die Gefahr von Neurodermitis und Asthma.
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