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- 20.03.2002 -

 

 

 

 

 

 

 


 

Algenblüten verdünnen Schadstoffe

Algenblüten haben auch eine gute Seite, fanden amerikanische Biologen heraus: Je höher die Algenkonzentration in einem See ist, desto weniger gefährliches Quecksilber nimmt seinen Weg durch die Nahrungskette bis zu Fischen - und letztlich zum Menschen.

(jkm) - Das Team um Paul Pickhardt vom Dartmouth College in Hanover, New Hampshire, wollte einer verwirrenden Beobachtung auf den Grund gehen. Fische aus nährstoffarmen, klaren Seen enthalten oft relativ große Mengen von Quecksilber und dem hochgiftigen Methylquecksilber. Dagegen weisen aus nährstoffreichen, "grünen" Seen stammende Fische nur geringe Quecksilbergehalte auf.

Die Forscher vermuteten, dass es sich hierbei um einen Verdünnungseffekt handelt. Je mehr Algenzellen in einem See vorkommen, desto weniger Quecksilber sollte jede einzelne Zelle demnach anreichern. Und damit reduziere sich auch die Quecksilbermenge, die kleine Tiere des Zooplanktons mit jeder Algenmahlzeit aufnehmen.

Um diese Hypothese zu testen, bauten die Forscher kleine Ökosysteme in Form von 450-Liter-Wassertanks nach, die sie mit Mikroalgen aus einem nahe gelegenen See animpften. Einen Tag später gaben sie unterschiedliche Mengen von Nährstoffen hinzu und ließen die winzigen Algen neun Tage lang wachsen.

Als nächstes gaben sie Quecksilber und Methylquecksilber zu den Kulturen, warteten erneut einen Tag und bestimmten schließlich, wie viel von den Schadstoffen die Algen aufgenommen hatten. Nun folgte die Zugabe von Zooplankton aus dem gleichen See und zwei beziehungsweise drei Wochen später wiederum eine Ernte und Analyse.

Wie das Team in einem online veröffentlichten Artikel der "Proceedings of the National Academy of Sciences" berichtet, bestätigten die Analysen die Verdünnungs-Hypothese. Je mehr Algen in den Tanks vorhanden waren, desto weniger Quecksilber enthielten sie.

Ähnliches fanden die Forscher auch für Daphnien, kleine Krebse aus dem Zooplankton. In diesem Fall schien der Verdünnungseffekt sich jedoch nur auf den Methylquecksilber- Gehalt auszuwirken, für die Konzentrationen anorganischen Quecksilbers zeigte sich kein Zusammenhang mit der ursprünglichen Nährstoffzugabe.

"Diese Ergebnisse zeigen uns, dass jahreszeitliche Schwankungen der Algenmenge in einem See sich auch auf die Menge von Quecksilber auswirken, die im Ökosystem weitergereicht wird", erläutert Pickhardts Kollegin Carol Folt.

"Das bedeutet, dass es große zeitliche Unterschiede im Quecksilbergehalt der Tiere geben könnte." Dies habe wichtige Konsequenzen für die Entscheidung, wie viel Fisch aus einem bestimmten See als nicht gesundheitsschädlich angesehen werden könne, so die Biologin.

Das Team weist jedoch darauf hin, dass die Algenmenge nicht der einzige Einflussfaktor sei. In einem See gingen liefen sehr viele chemische Prozesse ab, die sich auf die Verfügbarkeit von Quecksilber auswirkten.


© ArtToday

Aus nährstoffreichen, "grünen" Seen stammende Fische weisen nur geringe Quecksilbergehalte auf.

 

 Mehr Informationen:

Dartmouth College

Quecksilber im Meer

 

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