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Algenblüten verdünnen Schadstoffe
Algenblüten haben auch
eine gute Seite, fanden amerikanische Biologen heraus: Je höher
die Algenkonzentration in einem See ist, desto weniger gefährliches
Quecksilber nimmt seinen Weg durch die Nahrungskette bis zu Fischen
- und letztlich zum Menschen.
(jkm) - Das Team um Paul Pickhardt
vom Dartmouth College in Hanover, New Hampshire, wollte einer
verwirrenden Beobachtung auf den Grund gehen. Fische aus nährstoffarmen,
klaren Seen enthalten oft relativ große Mengen von Quecksilber
und dem hochgiftigen Methylquecksilber. Dagegen weisen aus nährstoffreichen,
"grünen" Seen stammende Fische nur geringe Quecksilbergehalte
auf.
Die Forscher vermuteten, dass
es sich hierbei um einen Verdünnungseffekt handelt. Je mehr
Algenzellen in einem See vorkommen, desto weniger Quecksilber
sollte jede einzelne Zelle demnach anreichern. Und damit reduziere
sich auch die Quecksilbermenge, die kleine Tiere des Zooplanktons
mit jeder Algenmahlzeit aufnehmen.
Um diese Hypothese zu testen,
bauten die Forscher kleine Ökosysteme in Form von 450-Liter-Wassertanks
nach, die sie mit Mikroalgen aus einem nahe gelegenen See animpften.
Einen Tag später gaben sie unterschiedliche Mengen von Nährstoffen
hinzu und ließen die winzigen Algen neun Tage lang wachsen.
Als nächstes gaben sie Quecksilber
und Methylquecksilber zu den Kulturen, warteten erneut einen Tag
und bestimmten schließlich, wie viel von den Schadstoffen
die Algen aufgenommen hatten. Nun folgte die Zugabe von Zooplankton
aus dem gleichen See und zwei beziehungsweise drei Wochen später
wiederum eine Ernte und Analyse.
Wie das Team in einem online veröffentlichten
Artikel der "Proceedings of the National Academy of Sciences"
berichtet, bestätigten die Analysen die Verdünnungs-Hypothese.
Je mehr Algen in den Tanks vorhanden waren, desto weniger Quecksilber
enthielten sie.
Ähnliches fanden die Forscher
auch für Daphnien, kleine Krebse aus dem Zooplankton. In
diesem Fall schien der Verdünnungseffekt sich jedoch nur
auf den Methylquecksilber- Gehalt auszuwirken, für die Konzentrationen
anorganischen Quecksilbers zeigte sich kein Zusammenhang mit der
ursprünglichen Nährstoffzugabe.
"Diese Ergebnisse zeigen
uns, dass jahreszeitliche Schwankungen der Algenmenge in einem
See sich auch auf die Menge von Quecksilber auswirken, die im
Ökosystem weitergereicht wird", erläutert Pickhardts
Kollegin Carol Folt.
"Das bedeutet, dass es große
zeitliche Unterschiede im Quecksilbergehalt der Tiere geben könnte."
Dies habe wichtige Konsequenzen für die Entscheidung, wie
viel Fisch aus einem bestimmten See als nicht gesundheitsschädlich
angesehen werden könne, so die Biologin.
Das Team weist jedoch darauf hin,
dass die Algenmenge nicht der einzige Einflussfaktor sei. In einem
See gingen liefen sehr viele chemische Prozesse ab, die sich auf
die Verfügbarkeit von Quecksilber auswirkten.
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