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Tschechien: Gesetz gegen "Lichtverschmutzung"
Die Tschechische Republik hat
als erstes Land der Welt ein Gesetz gegen die "Lichtverschmutzung"
erlassen.
(jkm) - Diese Nachricht machte
am Montag auf einem Fachtreffen in Tucson, Arizona, die Runde.
Das neue Gesetz beschränkt die Abstrahlung von künstlichem
Licht auf jene Bereiche, in denen es tatsächlich gebraucht
wird. Straßenlampen müssen beispielsweise so gebaut
sein, dass sie kein Licht gen Himmel abstrahlen.
Wie das Magazin "Space.com"
berichtet, hat Tschechiens Präsident Vaclav Havel das "Gesetz
zum Schutz der Atmosphäre" bereits am 27. Februar unterzeichnet.
Darin werden neben Kunstlicht auch weitere Arten der Atmosphärenverschmutzung
behandelt, beispielsweise durch Luftschafstoffe. In Kraft treten
wird es am 1. Juni dieses Jahres.
Das Gesetz definiert "Lichtverschmutzung"
als "jegliche Form von Beleuchtung durch künstliches
Licht außerhalb der vorgesehenen Bereiche, besonders, wenn
diese nach oberhalb des Horizonts gerichtet ist".
Als einfache Gegenmaßnahme
sollen Lichtquellen entsprechend abgeschirmt werden. Wenn Privatpersonen
oder Organisationen gegen das Gesetz verstoßen, drohen ihnen
Strafen von bis zu 150.000 Tschechischen Kronen, umgerechnet etwa
4.800 Euro.

© NASA/GSFC
Das Bild
der nächtlichen Erde basiert auf Daten des Defense
Meteorological Satellite Program (DMSP) der NASA.
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Seit Jahren klagen Astronomen
darüber, dass ein ungestörter Blick auf den Nachthimmel
nur noch in wenigen abgelegenen Gebieten möglich ist. Auf
dem Jahrestreffen der International Dark-Sky Association sei die
Kunde daher mit großer Genugtuung aufgenommen worden, so
das Magazin.
"Vollständig abgeschirmte
Beleuchtung hilft nicht nur, die Schönheit des Sternenhimmels
zu bewahren", sagte der Astronom David Crawford, "sie
ist auch effektiver."
Der Gesetzesentwurf sei auf keinen
ernstlichen Widerstand gestoßen, berichtete Jenik Hollan
vom Nicholas Copernicus Observatorium und Planetarium in Brno.
Vielen seiner Mitbürger seien schlecht abgeschirmte Lampen
ein Dorn im Auge. "Sie sind froh, dass etwas unternommen
worden ist."
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