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- 19.03.2002 -

 

 

 

 

 

 

 


 

Kurze Tage bereiten Hamster auf den Winter vor

Anhand der Tageslänge erkennen Hamster den nahenden Winter und bereiten ihren Körper auf die harte Zeit vor.

(jkm) - Unter Kurztagsbedingungen gehaltene Tieren haben demnach mehr Immunzellen im Blut, die zudem schneller und stärker auf eine Reizung reagieren. Das berichten amerikanische Forscher in den "Proceedings of the National Academy of Sciences".

Der Winter stellt Dshungarische Zwerghamster (Phodopus sungorus) vor echte Probleme: Neben der Kälte haben die kleinen Nager auch noch mit einem verminderten Nahrungsangebot zu kämpfen.

Staci Bilbo von der Ohio State University in Columbus und ihre Kollegen überprüften nun die Hypothese, dass die Tiere in Erwartung der Herausforderungen ihr Immunsystem verstärken. Als verlässlicher Indikator für den bevorstehenden Winter sollte dabei die Tageslänge dienen.

Um diese Vermutung zu überprüfen, hielten die Forscher Hamstermännchen in Räumen mit 15 bzw. 9 Stunden Licht pro Tag. Temperatur, Luftfeuchte und Nahrungsangebot waren für alle Tiere gleich.

Wie die Forscher berichten, wiesen die unter Kurztagsbedingungen lebenden Hamster nach zehn Wochen ein geringeres Körpergewicht und kleinere Hoden auf. Gleichzeitig fanden sich in ihrem Blut fast 60 Prozent mehr Abwehrzellen, speziell T-Lymphozyten und Natürliche Killerzellen, und mehr Cortisol.

Bilbo und ihre Kollegen setzten einige Hamster für zwei Stunden in enge Käfige, in denen sich die Tiere kaum bewegen konnten. Als Antwort auf diesen "akuten Stress" wanderten viele der im Blut zirkulierenden Abwehrzellen in die Haut, um den Körper gegen eine bevorstehende Infektion zu wappnen.

Bei den Kurztags-Hamstern war diese Antwort besonders schnell und ausgeprägt, schreiben die Forscher. Wurde die Haut der Tiere zu diesem Zeitpunkt mit einem Antigen konfrontiert, reagierte das Immunsystem bei den scheinbar zur Winterzeit lebenden Hamstern ebenfalls besonders heftig.

"Die Haut ist eine der ersten Stellen, an denen ein Hamster sich eine Verletzung oder eine Infektion zuziehen kann", erläutert Bilbo. "Daher macht es Sinn, dass Immunzellen den Blutstrom verlassen und an jene Orte wandern, an denen sie am meisten gebraucht werden."

Nach Ansicht der Psychologin und ihrer Kollegen bestätigen die Resultate ihre Hypothese, dass Hamster die Tageslänge als Warnhinweis auf den bevorstehenden Winter nutzen. Die Ergebnisse zeigten auch, dass kurzzeitiger Stress durchaus positiv wirken kann, indem er die Schlagkraft des Immunsystems erhöht.

Nun werde auch verständlich, warum Fieber bei unter Kurztagsbedingungen lebenden Hamster in der Regel kürzer, dafür aber stärker ausfalle. "Im Winter können die Hamster Infektionen sehr viel schneller bekämpfen und dann zum Normalzustand zurückkehren", ist Bilbo überzeugt.

 Mehr Informationen:

Ohio State University

Dshungarische Zwerghamster

WDR: Stress und Immunsystem

 

 

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