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Kurze Tage bereiten Hamster auf den
Winter vor
Anhand der Tageslänge
erkennen Hamster den nahenden Winter und bereiten ihren Körper
auf die harte Zeit vor.
(jkm) - Unter Kurztagsbedingungen
gehaltene Tieren haben demnach mehr Immunzellen im Blut, die zudem
schneller und stärker auf eine Reizung reagieren. Das berichten
amerikanische Forscher in den "Proceedings of the National
Academy of Sciences".
Der Winter stellt Dshungarische
Zwerghamster (Phodopus sungorus) vor echte Probleme: Neben der
Kälte haben die kleinen Nager auch noch mit einem verminderten
Nahrungsangebot zu kämpfen.
Staci Bilbo von der Ohio State
University in Columbus und ihre Kollegen überprüften
nun die Hypothese, dass die Tiere in Erwartung der Herausforderungen
ihr Immunsystem verstärken. Als verlässlicher Indikator
für den bevorstehenden Winter sollte dabei die Tageslänge
dienen.
Um diese Vermutung zu überprüfen,
hielten die Forscher Hamstermännchen in Räumen mit 15
bzw. 9 Stunden Licht pro Tag. Temperatur, Luftfeuchte und Nahrungsangebot
waren für alle Tiere gleich.
Wie die Forscher berichten, wiesen
die unter Kurztagsbedingungen lebenden Hamster nach zehn Wochen
ein geringeres Körpergewicht und kleinere Hoden auf. Gleichzeitig
fanden sich in ihrem Blut fast 60 Prozent mehr Abwehrzellen, speziell
T-Lymphozyten und Natürliche Killerzellen, und mehr Cortisol.
Bilbo und ihre Kollegen setzten
einige Hamster für zwei Stunden in enge Käfige, in denen
sich die Tiere kaum bewegen konnten. Als Antwort auf diesen "akuten
Stress" wanderten viele der im Blut zirkulierenden Abwehrzellen
in die Haut, um den Körper gegen eine bevorstehende Infektion
zu wappnen.
Bei den Kurztags-Hamstern war
diese Antwort besonders schnell und ausgeprägt, schreiben
die Forscher. Wurde die Haut der Tiere zu diesem Zeitpunkt mit
einem Antigen konfrontiert, reagierte das Immunsystem bei den
scheinbar zur Winterzeit lebenden Hamstern ebenfalls besonders
heftig.
"Die Haut ist eine der ersten
Stellen, an denen ein Hamster sich eine Verletzung oder eine Infektion
zuziehen kann", erläutert Bilbo. "Daher macht es
Sinn, dass Immunzellen den Blutstrom verlassen und an jene Orte
wandern, an denen sie am meisten gebraucht werden."
Nach Ansicht der Psychologin und
ihrer Kollegen bestätigen die Resultate ihre Hypothese, dass
Hamster die Tageslänge als Warnhinweis auf den bevorstehenden
Winter nutzen. Die Ergebnisse zeigten auch, dass kurzzeitiger
Stress durchaus positiv wirken kann, indem er die Schlagkraft
des Immunsystems erhöht.
Nun werde auch verständlich,
warum Fieber bei unter Kurztagsbedingungen lebenden Hamster in
der Regel kürzer, dafür aber stärker ausfalle.
"Im Winter können die Hamster Infektionen sehr viel
schneller bekämpfen und dann zum Normalzustand zurückkehren",
ist Bilbo überzeugt.
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