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- 13.03.2002 -


 

Rückstände: Medikamente belasten Gewässer

Medikamente werden nur unvollständig im menschlichen Körper abgebaut. Was wir ausscheiden, landet nicht selten in Flüssen und Seen - in Konzentrationen, die Wasser- lebewesen gefährlich werden könnten, sagen US-Forscher.

(jkm) - Die Hydrologin Dana Kolpin un dihre Kollegen vom U.S. Geological Survey untersuchten 139 Gewässer in 30 Bundesstaaten. Wie die Forscher im Magazin "Environmental Science & Technology" berichten, wurde in den Wasserproben gezielt nach 95 chemischen Substanzen gesucht. 82 davon konnten nachgewiesen werden. In jedem dritten Fluss fanden sich mindestens zehn Substanzen, der Spitzenreiter kam auf 38 verschiedene Rückstände aus Medikamenten.

Die Spuren stammen größtenteils aus Schmerzmitteln sowie Herz- und Bluthochdruck-Präparaten. Häufig wurden auch Sexualhormone aus Anti-Baby-Pillen und aus der Hormon-Ersatz- Therapie gefunden. Die nachgewiesenen Konzentrationen könnten das Ökosystem der Flüsse schädigen, glauben die Forscher. Gefahren für den Mensch seien noch nicht festgestellt worden.

Die Wirkung der Präparate auf die Umwelt sei erst schlecht erforscht, kritisieren die Autoren der Studie. So gebe es beispielsweise für die meisten nachgewiesenen Chemikalien keine Trinkwasser-Grenzwerte.

In Deutschland ist das Problem seit Anfang der 90er Jahre bekannt, als erstmals Clofibrinsäure im Trinkwasser entdeckt wurde. Die Säure ist ein Abbauprodukt eines Lipidsenkers gegen erhöhte Blutfettwerte.

Seitdem sind wiederholt Medikamenten- Rückstände in Gewässern nachgewiesen worden. Es fanden sich unter anderem Hormone und Psychopharmaka sowie Antibiotika und Tranquilizer aus der Tiermast.

Zur aktuellen Belastung des Grundwassers durch Medikamente bereitet der Bund-/Länderausschuss für Chemikaliensicherheit (BLAC) derzeit einen Bericht vor, der voraussichtlich Mitte des Jahres veröffentlicht wird.

 Mehr Informationen:

Studie des U.S. Geological Survey

 

 

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