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Rückstände: Medikamente belasten
Gewässer
Medikamente werden nur unvollständig
im menschlichen Körper abgebaut. Was wir ausscheiden, landet
nicht selten in Flüssen und Seen - in Konzentrationen, die
Wasser- lebewesen gefährlich werden könnten, sagen US-Forscher.
(jkm) - Die Hydrologin Dana Kolpin
un dihre Kollegen vom U.S. Geological Survey untersuchten 139
Gewässer in 30 Bundesstaaten. Wie die Forscher im Magazin
"Environmental Science & Technology" berichten,
wurde in den Wasserproben gezielt nach 95 chemischen Substanzen
gesucht. 82 davon konnten nachgewiesen werden. In jedem dritten
Fluss fanden sich mindestens zehn Substanzen, der Spitzenreiter
kam auf 38 verschiedene Rückstände aus Medikamenten.
Die Spuren stammen größtenteils
aus Schmerzmitteln sowie Herz- und Bluthochdruck-Präparaten.
Häufig wurden auch Sexualhormone aus Anti-Baby-Pillen und
aus der Hormon-Ersatz- Therapie gefunden. Die nachgewiesenen Konzentrationen
könnten das Ökosystem der Flüsse schädigen,
glauben die Forscher. Gefahren für den Mensch seien noch
nicht festgestellt worden.
Die Wirkung der Präparate
auf die Umwelt sei erst schlecht erforscht, kritisieren die Autoren
der Studie. So gebe es beispielsweise für die meisten nachgewiesenen
Chemikalien keine Trinkwasser-Grenzwerte.
In Deutschland ist das Problem
seit Anfang der 90er Jahre bekannt, als erstmals Clofibrinsäure
im Trinkwasser entdeckt wurde. Die Säure ist ein Abbauprodukt
eines Lipidsenkers gegen erhöhte Blutfettwerte.
Seitdem sind wiederholt Medikamenten-
Rückstände in Gewässern nachgewiesen worden. Es
fanden sich unter anderem Hormone und Psychopharmaka sowie Antibiotika
und Tranquilizer aus der Tiermast.
Zur aktuellen Belastung des Grundwassers
durch Medikamente bereitet der Bund-/Länderausschuss für
Chemikaliensicherheit (BLAC) derzeit einen Bericht vor, der voraussichtlich
Mitte des Jahres veröffentlicht wird.
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