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- 12.03.2002 -

 

 

 

 

 

 

 


 

Herzinfarkt: Luftverschmutzung verengt Blutgefäße

Das Einatmen schadstoffbelasteter Luft führt zu einer Verengung der Blutgefäße, berichten Forscher. Der Befund liefert erstmals einen Erklärungsansatz dafür, dass Herzinfarkte an Tagen mit hoher Luftverschmutzung besonders häufig auftreten.

(jkm) - Eine Fülle von epidemiologischen Daten zeigt, dass Luftverschmutzung sich schädlich auf Atmungs- und Herz-Kreislauf-System auswirkt. Erst kürzlich hatte eine groß angelegte Studie gezeigt, dass das Risiko, an Herz-Kreislauf- oder Lungenerkrankungen zu sterben, mit der Konzentration feiner Partikel in der Atemluft steigt.

"Welche physiologische Verbindung dahinter steckt, ist aber immer noch nicht verstanden", sagt Robert Brook von der University of Michigan, Ann Arbor.

Der Mediziner und seine Kollegen führten nun eine erste Studie mit 25 gesunden Probanden durch, um den Einfluss von weniger als 2,5 Mikrometer (Tausendstel Millimeter) großen Partikeln und Ozon auf die Blutgefäße zu eruieren. Das berichten die amerikanischen und kanadischen Forscher im Fachblatt "Circulation".

Die Teilnehmer atmeten für jeweils zwei Stunden Luft ein, die entweder gefiltert war oder aber 150 Mikrogramm Partikel pro Kubikmeter plus 120 ppb Ozon enthielt. In Deutschland wird Ozonalarm ausgelöst, wenn die über eine Stunde gemittelte Ozonkonzentration diesen Wert von umgerechnet 240 Mikrogramm pro Kubikmeter überschreitet, beispielsweise in verkehrsreichen Innenstädten im Hochsommer.

Per Ultraschall maßen die Wissenschaftler die Reaktion der Armschlagader auf die jeweiligen Bedingungen. Wie die Gruppe in einem vorab online veröffentlichten Artikel des Fachblatts berichtet, bewirkte das Einatmen der künstlich verschmutzten Luft eine Verengung des Blutgefäßes um zwei bis vier Prozent. Beim Einatmen gefilterter Luft trat der Effekt nicht auf.

Im Gegensatz zu groben Körnchen könnten die feinen Partikel bis in die winzigen Luftbläschen in der Lunge vordringen, erläutert Brook. Dort könnten sie den Kreislauf indirekt beeinflussen oder sogar selbst in das Blut übergehen.

Die im Experiment beobachtete Verengung rufe bei Gesunden vermutlich keine Probleme hervor, so der Mediziner. "Es ist aber durchaus denkbar, dass diese Konstriktion bei Personen mit drohenden oder bestehenden Herzerkrankungen weitere Probleme auslösen kann."

 Mehr Informationen:

vista verde: Luftschadstoffe

 

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