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China und Südkorea: Forscher klonen
Embryos
Südkoreanische und chinesische
Forscher haben nach eigenen Angaben zahlreiche Embryonen zu therapeutischen
Zwecken geklont.
Seoul (dpa) - In Südkorea
sei das Erbmaterial einer menschlichen Körperzelle in die
entkernte Eizelle einer Kuh übertragen worden, teilte am
Freitag ein Forschungsteam des «Maria Infertility Hospital
Medical Institute» in Seoul mit. Nach der Teilung der Zellen
sei ein Embryo in einem frühen Stadium (Blastozyste) entstanden.
Die Forscher wollen Stammzellen
gewinnen, um Ersatzgewebe für Patienten zu züchten.
Sie nutzen ein ähnliches Verfahren, nach dem auch das Klonschaf
Dolly entstanden war.
Chinesische Forscher haben gleich
mehrere Dutzend Embryonen mit Hilfe menschlicher Eizellen geklont,
berichtet das Fachmagazin «New Scientist» in seiner
Online-Ausgabe. Es verweist unter anderem auf Angaben des Teams
um Lu Guangxiu vom Xiangya Medical College.
Die Medizinerin leite eine große
Befruchtungsklinik und habe schlicht einige Dutzend Frauen, die
zur Behandlung gekommen seien, um eine Eizellenspende gebeten.
Fünf Prozent der mit Hilfe der Eizellen geklonten Embryonen
hätten sich zu dem Stadium von etwa 200 Zellen (Blastozyste)
entwickelt. Aus ihnen habe sie Stammzellen entnommen und mehrere
Zellkulturen angelegt.
Experten gingen sogar von drei
bis vier Teams in China aus, denen Ähnliches gelungen sei,
berichtet das Magazin «New Scientist». So habe ein
Team der Medizinischen Universität Nr. 2 in Shanghai nach
eigenen Angaben Stammzellen von Embryonen gewonnen, die aus menschlichem
Erbgut und Eizellen von Kaninchen entstanden seien. Keines der
chinesischen Experimente sei jedoch in einem angesehenen Fachjournal
veröffentlicht worden, die Artikel von Gutachtern prüfen
lassen.
Das mit Hilfe von Kuh-Eizellen
gezüchtete Embryo in Südkorea weise zu 99 Prozent menschliche
Genmerkmale auf, sagte der Teamleiter, Park Se Pil. Es sei jedoch
unmöglich, dass sich die Embryonen zu ganzen Menschen entwickeln
könnten. Auch diese Forscher wollen die Methode zur Produktion
von Stammzellen nutzen, um neues Gewebe zu gewinnen.
US-Forscher hatten bereits 1998
aus Eizellen einer Kuh und der Haut eines erwachsenen Menschen
neue Embryozellen erzeugt. Das Team an der Biotech-Firma «Advanced
Cell Technology» (ACT) in Worcester (Massachusetts) entkernte
dazu unbefruchtete Eizellen von Kühen und verschmolz den
Rest mit menschlichen Hautzellen.
Auch in Südkorea gab es
bereits solche Experimente. Forscher um Lee Bo Yon vom Krankenhauses
der Kyonghee-Universität in Seoul hatten 1998 verkündet,
einen menschlichen Embryo aus ausgewachsenen Zellen geklont zu
haben. Sie hatten aber nie Beweise dafür vorgelegt.
Nach südkoreanischen Medienberichten
hatte zudem im August 2000 eine Gruppe um Whang Seo Suk von der
Seoul Nationaluniversität erklärt, einen menschlichen
Embryo produziert zu haben. Damals habe das Team jedoch verschwiegen,
tierische Zellen bei ihren Forschungen verwendet zu haben, schreibt
die Zeitung «Korea Herald».
Aufsehen erregte im November
2001 das US-Unternehmen Advanced Cell Technology, Inc. (ACT),
als es von menschlichen Embryonen berichtete, die sie nach dem
Dolly-Verfahren geklont hatten. Sie veröffentlichten ihre
Arbeit im Fachblatt «The Journal of Regenerative Medicine»
(Online-Vorab: Bd. 2, S. 25). Auch ACT-Präsident Michael
West beteuerte, sein Unternehmen klone Embryonen ausschließlich,
um Stammzellen zu gewinnen und diese später zur Heilung schwer
kranker Menschen einzusetzen.
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