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Dauerfehde: Cyanobakterien vor 3,5 Milliarden
Jahren?
Wann erstes bakterielles Leben
auf der Erde entstand, ist unter Forschern noch immer umstritten.
Gerade wurde wieder eine neue Runde eingeläutet...
(jkm) - Älteste eindeutig
als Bakterien identifizierte fossile Spuren sind rund 2,5 Milliarden
Jahre alt, sagt die eine Fraktion. Die andere verweist auf australische
Funde, die 3,5 Milliarden Jahre alt sein sollen. Doch diese Entdeckung,
die William Schopf von der University of California, Los Angeles,
seit rund zehn Jahren für sich beansprucht, ist nicht allgemein
anerkannt.
Im Magazin "Nature"
geht der Streit jetzt in eine neue Runde. Schopf führt neue
Beweise für seine These ins Feld; Martin Brasier von der
University of Oxford belegt in einem anschließenden Beitrag
das Gegenteil.
Der Streit tobt um nur Mikrometer
lange wurmförmige Abdrücke, die Schopf im westlichen
Australien aufgespürt hatte. Die Spuren scheinen auf verhältnismäßig
komplexe Cyanobakterien hinzudeuten, die bereits zur Photosynthese
befähigt waren. Das sei allerdings zu komplex für erstes
Leben, sagen die Kritiker.
Jetzt nahmen sich Schopf und sein
Team die alten Funde noch einmal vor und bestimmten mit neuen
Methoden ihre chemische Zusammensetzung. Dabei wollen sie Kohlenstoff-Moleküle
gefunden haben, wie sie beim Stoffwechsel lebender Bakterien anfallen.
Eben diese Moleküle seien
noch kein Beweis für biologisches Leben, meint dagegen Martin
Brasier von der University of Oxford. Brasier untersuchte den
ursprüngliche Fundort der vermeintlichen Fossilien und glaubt,
die Kohlenstoff-Spuren seien geologischen Ursprungs.
Es könnte sich demnach um
Einschlüsse im Gestein handeln, die unter Druck und Hitze
- etwa durch vulkanische Gase - nur rein optisch Formen annahmen,
die heutigen Bakterien ähneln.
Möglicherweise handele es
sich aber um erste Aminosäuren, der Ausgangsbasis für
späteres Leben, spekuliert Brasier. Dieser Frage will er
mit seinem Team jetzt weiter nachgehen.
Wäre diese Überlegung
richtig, so entgegnet der US-Forscher Schopf, hätte man überall
auf der Welt in vergleichbaren geologischen Lage auch vergleichbare
Spuren finden müssen.
Wegen der Einmaligkeit der australischen
Funde hält er an seiner Bakterien-Theorie fest. Spätestens
mit neuer Analyse-Technik dürfte die Auseinandersetzung in
die nächste Runde gehen.
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