vista verde SucheNewsForumAktion

v i s t a   v e r d e   n e w s   -  W i s s e n s c h a f t   &   T e c h n i k

News - Seite 1Politik
Natur und Tiere
Wissenschaft und Technik
Wirtschaft und Energie

- 08.03.2002 -

 

 

 

 

 

 

 


 

Dauerfehde: Cyanobakterien vor 3,5 Milliarden Jahren?

Wann erstes bakterielles Leben auf der Erde entstand, ist unter Forschern noch immer umstritten. Gerade wurde wieder eine neue Runde eingeläutet...

(jkm) - Älteste eindeutig als Bakterien identifizierte fossile Spuren sind rund 2,5 Milliarden Jahre alt, sagt die eine Fraktion. Die andere verweist auf australische Funde, die 3,5 Milliarden Jahre alt sein sollen. Doch diese Entdeckung, die William Schopf von der University of California, Los Angeles, seit rund zehn Jahren für sich beansprucht, ist nicht allgemein anerkannt.

Im Magazin "Nature" geht der Streit jetzt in eine neue Runde. Schopf führt neue Beweise für seine These ins Feld; Martin Brasier von der University of Oxford belegt in einem anschließenden Beitrag das Gegenteil.

Der Streit tobt um nur Mikrometer lange wurmförmige Abdrücke, die Schopf im westlichen Australien aufgespürt hatte. Die Spuren scheinen auf verhältnismäßig komplexe Cyanobakterien hinzudeuten, die bereits zur Photosynthese befähigt waren. Das sei allerdings zu komplex für erstes Leben, sagen die Kritiker.

Jetzt nahmen sich Schopf und sein Team die alten Funde noch einmal vor und bestimmten mit neuen Methoden ihre chemische Zusammensetzung. Dabei wollen sie Kohlenstoff-Moleküle gefunden haben, wie sie beim Stoffwechsel lebender Bakterien anfallen.

Eben diese Moleküle seien noch kein Beweis für biologisches Leben, meint dagegen Martin Brasier von der University of Oxford. Brasier untersuchte den ursprüngliche Fundort der vermeintlichen Fossilien und glaubt, die Kohlenstoff-Spuren seien geologischen Ursprungs.

Es könnte sich demnach um Einschlüsse im Gestein handeln, die unter Druck und Hitze - etwa durch vulkanische Gase - nur rein optisch Formen annahmen, die heutigen Bakterien ähneln.

Möglicherweise handele es sich aber um erste Aminosäuren, der Ausgangsbasis für späteres Leben, spekuliert Brasier. Dieser Frage will er mit seinem Team jetzt weiter nachgehen.

Wäre diese Überlegung richtig, so entgegnet der US-Forscher Schopf, hätte man überall auf der Welt in vergleichbaren geologischen Lage auch vergleichbare Spuren finden müssen.

Wegen der Einmaligkeit der australischen Funde hält er an seiner Bakterien-Theorie fest. Spätestens mit neuer Analyse-Technik dürfte die Auseinandersetzung in die nächste Runde gehen.

 Mehr Informationen:

Nature ScienceUpdate

 

 

zurück zur vorherigen Seite    nach oben

News: Seite 1 | Politik | Natur | Wissenschaft| Wirtschaft
Rubriken: Home | Suche | News | Forum | Aktion
vista verde: Impressum | Hilfe | Werbung