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Wie Passivrauchen: Feine Luftpartikel
fördern Lungenkrebs
Wer in einem Gebiet mit hoher
Luftverschmutzung lebt, weist ein deutlich erhöhtes Risiko
für Lungenkrebs und Herz-Lungen- Erkrankungen auf. Das zeigt
die bislang größte Langzeitstudie zur Auswirkung von
Luftpartikeln auf die Gesundheit.
(jkm) - Das Risiko, an Lungenkrebs
zu sterben, steigt laut der Studie mit jeden zusätzlichen
zehn Mikrogramm feiner Ruß- oder Staubpartikel pro Kubikmeter
Luft um acht Prozent - vergleichbar dem Zusammenleben mit einem
rauchenden Partner.
Die gesundheitsschädliche
Wirkung feiner Rußpartikel, wie sie beispielsweise von PKW-Motoren
oder Kraftwerken ausgestoßen werden, ist seit mehreren Jahren
aus Tierversuchen bekannt. Immer wieder war jedoch angezweifelt
worden, dass diese Ergebnisse auch auf den Menschen übertragbar
sind.
Arden Pope von der Brigham Young
University in Provo, Utah, und seine Kollegen verknüpften
nun Daten über Lebensumstände und Erkrankungen bzw.
Todesursachen bei einer halben Million US- Bürgern mit Angaben
über die Luftqualität am jeweiligen Wohnort. Besonders
interessierten die Forscher sich für die Konzentration feinster
Luftpartikel mit Durchmessern von bis zu 2,5 Mikrometern (Tausendstel
Millimetern).
Auch nach Berücksichtigung
von Risikofaktoren wie Rauchen oder Übergewicht zeigte sich
ein klarer Einfluss dieser feinen Schwebeteilchen auf die menschliche
Gesundheit, berichten die Wissenschaftler im "Journal of
the American Medical Association".
Mit jedem Anstieg der Partikelkonzentration
um zehn Mikrogramm pro Kubikmeter Luft erhöhte sich das Risiko,
an Lungenkrebs zu sterben, um acht Prozent. Für Tod infolge
von Herz-Lungen- Erkrankungen stieg das Risiko um sechs Prozent,
für alle Todesursachen stieg es um vier Prozent. Für
gröbere Partikel oder die Gesamtbelastung mit Partikeln zeichnete
sich dagegen kein klarer Trend ab.
Risiko vergleichbar mit Passivrauchen
"Das erhöhte Risiko
für Lungenkrebs und Herzerkrankungen durch Luftverschmutzung
war ganz klar geringer als das Risiko durch aktives Rauchen",
erläutert Pope. In den am stärksten belasteten Städten
sei das zusätzliche Risiko, an Lungenkrebs oder Herzerkrankungen
zu sterben, jedoch mit dem durch langfristiges Passivrauchen hervorgerufenen
Anstieg vergleichbar gewesen.
Gegen heftigen Widerstand der
Industrie hatte die US- Umweltschutzbehörde EPA 1997 ihren
Clean Air Act verabschiedet. Für Partikel mit höchstens
2,5 Mikrometer Durchmesser, kurz PM-2,5, wird darin für das
Jahresmittel ein Grenzwert von 15 Mikrogramm pro Kubikmeter festgelegt.
Dieser Wert wird in einer Reihe von US-Städten heute noch
regelmäßig übertroffen.
Für Partikel bis zu 10 Mikrometer
Durchmesser, PM- 10, liegt der entsprechende Wert bei 50 Mikrogramm
pro Kubikmeter. Die jüngste EU-Luftqualitätsrichtlinie
setzt den PM-10- Schwellenwert für das Jahresmittel bei 40
Mikrogramm pro Kubikmeter an. Dieses Kriterium soll bis zum Jahr
2005 in allen Mitgliedsstaaten erreicht werden.
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