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- 06.03.2002 -


 

Wie Passivrauchen: Feine Luftpartikel fördern Lungenkrebs

Wer in einem Gebiet mit hoher Luftverschmutzung lebt, weist ein deutlich erhöhtes Risiko für Lungenkrebs und Herz-Lungen- Erkrankungen auf. Das zeigt die bislang größte Langzeitstudie zur Auswirkung von Luftpartikeln auf die Gesundheit.

(jkm) - Das Risiko, an Lungenkrebs zu sterben, steigt laut der Studie mit jeden zusätzlichen zehn Mikrogramm feiner Ruß- oder Staubpartikel pro Kubikmeter Luft um acht Prozent - vergleichbar dem Zusammenleben mit einem rauchenden Partner.

Die gesundheitsschädliche Wirkung feiner Rußpartikel, wie sie beispielsweise von PKW-Motoren oder Kraftwerken ausgestoßen werden, ist seit mehreren Jahren aus Tierversuchen bekannt. Immer wieder war jedoch angezweifelt worden, dass diese Ergebnisse auch auf den Menschen übertragbar sind.

Arden Pope von der Brigham Young University in Provo, Utah, und seine Kollegen verknüpften nun Daten über Lebensumstände und Erkrankungen bzw. Todesursachen bei einer halben Million US- Bürgern mit Angaben über die Luftqualität am jeweiligen Wohnort. Besonders interessierten die Forscher sich für die Konzentration feinster Luftpartikel mit Durchmessern von bis zu 2,5 Mikrometern (Tausendstel Millimetern).

Auch nach Berücksichtigung von Risikofaktoren wie Rauchen oder Übergewicht zeigte sich ein klarer Einfluss dieser feinen Schwebeteilchen auf die menschliche Gesundheit, berichten die Wissenschaftler im "Journal of the American Medical Association".

Mit jedem Anstieg der Partikelkonzentration um zehn Mikrogramm pro Kubikmeter Luft erhöhte sich das Risiko, an Lungenkrebs zu sterben, um acht Prozent. Für Tod infolge von Herz-Lungen- Erkrankungen stieg das Risiko um sechs Prozent, für alle Todesursachen stieg es um vier Prozent. Für gröbere Partikel oder die Gesamtbelastung mit Partikeln zeichnete sich dagegen kein klarer Trend ab.

Risiko vergleichbar mit Passivrauchen

"Das erhöhte Risiko für Lungenkrebs und Herzerkrankungen durch Luftverschmutzung war ganz klar geringer als das Risiko durch aktives Rauchen", erläutert Pope. In den am stärksten belasteten Städten sei das zusätzliche Risiko, an Lungenkrebs oder Herzerkrankungen zu sterben, jedoch mit dem durch langfristiges Passivrauchen hervorgerufenen Anstieg vergleichbar gewesen.

Gegen heftigen Widerstand der Industrie hatte die US- Umweltschutzbehörde EPA 1997 ihren Clean Air Act verabschiedet. Für Partikel mit höchstens 2,5 Mikrometer Durchmesser, kurz PM-2,5, wird darin für das Jahresmittel ein Grenzwert von 15 Mikrogramm pro Kubikmeter festgelegt. Dieser Wert wird in einer Reihe von US-Städten heute noch regelmäßig übertroffen.

Für Partikel bis zu 10 Mikrometer Durchmesser, PM- 10, liegt der entsprechende Wert bei 50 Mikrogramm pro Kubikmeter. Die jüngste EU-Luftqualitätsrichtlinie setzt den PM-10- Schwellenwert für das Jahresmittel bei 40 Mikrogramm pro Kubikmeter an. Dieses Kriterium soll bis zum Jahr 2005 in allen Mitgliedsstaaten erreicht werden.

 Mehr Informationen:

Journal of the American Medical Association

Über Partikuläre Luftinhaltsstoffe

DIE ZEIT: Tod vom Allerfeinsten

Umweltbundesamt: Vergleich zwischen Diesel- und Ottomotoren

Informationen zum Clean Air Act

 

 

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