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Studie: Weltweite Zunahme von Antibiotika-Resistenz
Immer mehr Bakterienstämme
werden weltweit gegen Antibiotika resistent. Das gilt einer neuen
Studie zufolge vor allem für Pneumokokken, die wichtigsten
Erreger der Lungenentzündung.
Berlin (dpa) - Besonders bedenklich
sei die Lage in Frankreich und Spanien, wo teilweise 45 Prozent
der gängigen Lungen-Bakterien gegen mindestens ein Antibiotikum
resistent seien, sagte Projekt-Mitarbeiter Ralf R. Reinert am
Mittwoch in Berlin.
Die Daten stammen aus dem so genannten
Alexander-Projekt, einer weltweiten Vergleichsstudie zur Antibiotika-Resistenz
unter maßgeblicher Beteiligung des Nationalen Referenzzentrums
für Streptokokken in Aachen.
Noch bedenklicher als in Südeuropa
ist demnach die Lage in Japan, Hongkong, Singapur, Südafrika,
Mexiko und den USA, wo teilweise 70 Prozent der Pneumokokken gegen
Penizillin resistent seien.
In Deutschland sieht die Lage
den Angaben zufolge vergleichsweise gut aus. Gegen Penizillin
sind nach jüngsten Angaben des Referenzzentrums 7 bis 8 Prozent
der Pneumokokken resistent.
Die Daten des Alexander-Projekts
stammen aus dem Jahr 2000 und beruhen auf fast 8000 Einzeluntersuchungen
in 77 Laboren von 23 Ländern. Dabei wurden die Erreger mit
25 verschiedenen Antibiotika getestet. Der Name des Projekts bezieht
sich auf Alexander den Großen, der an einer fieberhaften
Infektion gestorben sein soll.
Die Weltgesundheitsorganisation
WHO hatte im September 2001 vor der weltweiten Zunahme der Antibiotika-Resistenz
gewarnt. Pneumokokken seien der weltweit bedeutendste bakterielle
Krankheitserreger.
Etwa 1,2 Millionen Kinder unter
fünf Jahren würden jährlich allein an den Folgen
einer Pneumokokken-Lungenerkrankung sterben. Pneumokokken gehören
zur großen Gruppe der Streptokokken.
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