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Dodo, die flugunfähige Taube
Weil der letzte Dodo bereits
im 17. Jahrhundert ausgestorben ist, konnten sich um den seltsamen
Vogel eine Menge Legenden bilden. Die korrekte Einordnung in den
Stammbaum der Vögel gelang deshalb erst jetzt.
(jkm) - Mit Hilfe von Gen-Analysen
konnte gezeigt werden, dass der flugunfähige Vogel zu den
Taubenvögeln gerechnet werden muss, berichten britische Forscher
im Magazin "Science".
Der Dodo (Raphus cucullatus) wurde
zu Lebzeiten ausschließlich auf Mauritius gesichtet, zum
letzten Mal im Jahre 1681. Rund ein Jahrhundert später verschwand
auch der seltene Solitär (Pezophaps solitaria), sein nächster
Verwandter, nach seiner Heimatinsel auch als Rodriguez-Einsiedler
bekannt.
Das isolierte Inselleben der beiden
Vögel hat Biologen zu einer Reihe von Verwandtschafts-Theorien
inspiriert, die Alan Cooper und seine Kollegen von der Universität
Oxford jetzt eindeutig verwerfen können.
Den Forschern gelang es, zumindest
DNA-Bruchstücke aus historischen Dodo- und Solitair-Knochen
zu isolieren. Diese verglichen sie mit dem Erbgut anderer Vögel.
Insgesamt 37 Taubenvögel wurden zum Vergleich herangezogen.
Die Übereinstimmungen belegen
demnach, dass zwei asiatische Taubenarten die nächsten Verwandten
der ausgestorbenen Vögel sind: Die südostasiatische
Kragentaube (Caloenas nicobarica) und die Kronentaube (Goura)
aus Neu-Guinea teilen sich am meisten Erbgut mit dem Dodo. Ihre
Stammbäume trennten sich aber schon vor 42,6 Millionen Jahren.
Aus der DNA können die Forscher
auch ablesen, dass Dodo und Solitär auf einen gemeinsamen
Ahnen zurückgehen, der 25,6 Millionen Jahre alt ist. Zu dieser
Zeit existierten die Inseln der Vögel noch nicht.
Die Heimat ihres Vorgängers
könnte möglicherweise das nahe Madagaskar gewesen sein
- oder eine Insel der Maskarenen, die zwischenzeitlich im Meer
versank, spekulieren die Forscher.
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