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Scotiasee: Ein gigantischer Mixer für
Tiefenwasser vom Südpol
Kaltes und dichtes Wasser aus
der Antarktis legt auf seinem Weg nach Norden eine turbulente
Zwischenstation ein, haben britische Ozeanographen und Mathematiker
herausgefunden.
(jkm) - Die so genannte Scotiasee
zwischen Südamerika und der Antarktis fungiert als gigantischer
Mixer, in dem das antarktische Tiefenwasser in die Weltmeere eingespeist
wird. Damit spielt dieses Meeresbecken eine wichtige Rolle für
die globale Meereszirkulation und für das Klima.
Die Scotiasee liegt zwischen der
Spitze Südamerikas und der Antarktischen Halbinsel. Das tiefe
Meeresbecken ist fast vollständig von Meeresrücken umgeben
und auch in seinem Inneren finden sich zahlreiche Rücken.
Um mehr über die Scotiasee
zu erfahren, wurden im Rahmen eines britischen Forschungsprojektes
zahlreiche Messstationen an den Rändern des Beckens installiert,
die neben der Strömung auch Salzgehalt, Temperatur und Dichte
des Wassers erfassen.
Anhand dieser Daten konnten Karen
Heywood und ihre Kollegen von der University of East Anglia in
Norwich nun zeigen, dass die Scotiasee wie ein riesiger Mixer
arbeitet.
Die Forscher berechneten, dass
pro Sekunde rund vier Millionen Kubikmeter Tiefenwasser aus dem
Weddellmeer in die Scotiasee strömen. Angesichts der hohen
Meeresrücken kann dieses extrem dichte Wasser nur auf einem
Weg wieder aus dem Becken heraus: Indem es sich mit wärmerem
und weniger dichtem Wasser vermischt.
In dem engen Meeresbecken mit
seiner rauen Topographie muss es dabei reichlich turbulent zugehen,
erläutert Heywood: "Wir haben erstmals gezeigt, dass
das sehr kalte Wasser vom Grund des Weddellmeeres heftig durchgewühlt
wird, wenn es durch Lücken in den Gebirgszügen am Grund
der Scotiasee strömt."
Das auf diese Weise verquirlte
Wasser mache bis zu 20 Prozent der kalten Wassermassen aus, die
in die Ozeane gelangen, so die Forscherin. Modelle der globalen
Meereszirkulation und Klimamodelle müssten dies berücksichtigen.
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