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Asteroideneinschlag: Auch Insekten traf
es schnell und hart
Vor rund 65 Millionen Jahren
schlug ein gewaltiger Asteroid in Mittelamerika ein und markierte
das Ende der Kreidezeit. Doch nicht nur die Dinosaurier, auch
die Insekten zu ihren Füßen hatten unter den Folgen
zu leiden.
(jkm) - Dies schließen amerikanische
Forscher aus Fossilien von angefressenen und angebohrten Blättern.
Vor allem solche Insekten, die nur wenige Pflanzenarten befielen,
überstanden den Einschlag demnach nicht.
Mangels geeigneter Insektenfossilien
war bislang nur wenig darüber bekannt, wie die Insekten den
Übergang von der Kreide zum Tertiär gemeistert hatten.
Daher wählten Conrad Labandeira von der Smithsonian Institution
in Washington, D.C., und seine Kollegen einen indirekten Weg.
Sie untersuchten Pflanzenfossilien
aus dem Williston Basin im US-Bundesstaat North Dakota, die einen
Zeitraum von etwa eine Million Jahren vor bis etwa eine Million
Jahre nach dem katastrophalen Einschlag abdecken.
Insgesamt nahmen die Forscher
über 13.000 Pflanzenreste unter die Lupe. Eventuelle Insektenspuren
teilten sie nach der Art der Schäden ein, beispielsweise
Blattfraß, Anstechen oder Eiablage. Basierend auf Schadensbildern,
wie sie heutige Insekten verursachen, ermittelten sie zudem die
Spezialisierung des jeweiligen Schädlings auf eine oder mehrere
Wirte. Auf diese Weise ergaben sich 51 Schadenstypen.
Alle zwölf von Generalisten
hervorgerufenen Schadensbilder tauchten auch nach dem Kreide-Tertiär-Übergang
noch auf, berichten Labandeira und seine Kollegen in den "Proceedings
of the National Academy of Sciences". Dagegen verschwanden
mit dem Einschlag fast 38 Prozent der von mäßig spezialisierten
und 70 Prozent der von hoch spezialisierten Insekten verursachten
Schadenstypen.
Die Forscher glauben, dass die
Insekten zunächst von den widrigen Umweltbedingungen direkt
nach dem Asteroideneinschlag dahingerafft wurden. Schlimmer war
vermutlich aber der Untergang von rund 80 Prozent der großen
Pflanzen. Hoch spezialisierten Insekten blieb so nicht einmal
die Chance, auf eine ihrem bisherigen Wirt ähnliche Art auszuweichen.
Generalisten fanden dagegen weiterhin genügend Nahrung oder
Plätze zur Eiablage und erholten sich recht schnell wieder.
Nach Ansicht von Labandeira zeigen
die Resultate außerdem, dass es am Kreide-Tertiär-
Übergang nicht etwa zu einem langsamen Wechsel gekommen sei,
sondern "zu einem schnellen und katastrophalen Zusammenbruch
der terrestrischen Ökosysteme".
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