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- 21.02.2002 -

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Umweltforschung aus dem All: Envisat vor dem Start

Ende Februar soll vom Weltraumbahnhof Kourou der Umweltsatellit Envisat ins All geschossen werden. Mit ihm will die Europäische Weltraumagentur ESA das Klima und das Zusammenspiel von Meer, Land und Luft erforschen.

(jkm) - An der Küste Französisch Guyanas, eingerahmt von Mangroven-Sümpfen, liegt der westlichste Außenposten Europas, der Weltraumbahnhof Kourou. An diesem Zipfel Südamerikas hängt Europas Raumfahrt-Hoffnung: Hier soll in der Nacht vom 28. Februar auf den 1. März 2002 der acht Tonnen schwere, zehn Meter hohe Umweltsatellit Envisat in den Himmel geschossen werden.

Hat der Satellit seine Umlaufbahn in 800 Kilometern Höhe erreicht, wird das Solarpanel ausgeklappt. Envisat erreicht dann eine "Spannweite" von 25 Metern. Mindestens fünf Jahre lang will die Europäische Weltraumagentur ESA das Klima und das Zusammenspiel von Meer, Land und Luft erforschen. Dazu hat der Riesen-Satellit zehn hoch spezialisierte Instrumente an Bord.


© ESA

Hat der Satellit seine Umlaufbahn in 800 Kilometern Höhe erreicht, wird das Solarpanel ausgeklappt. Envisat erreicht dann eine "Spannweite" von 25 Metern.

Für die ESA steht viel auf dem Spiel; die Agentur arbeitet seit rund 15 Jahren an dem Projekt. Damals ging es in erster Linie darum, begonnene wissenschaftliche Programme zur Erforschung der Meere fortzusetzen.

Doch im Unterschied zu den früheren europäischen Satelliten ERS-1 und ERS-2, die 1991 und 1995 in die Umlaufbahn auf- stiegen, soll sich Envisat jetzt auch externen Dienstleistungen öffnen: Die ESA hofft, ihre Erdbeobachtungsdaten an kommerzielle Nutzer verkaufen zu können.

Die Angebotspalette ist groß: Envisat-Daten können vor Stürmen und giftigen Algenteppichen an Badestränden warnen, können Fischereiflotten die besten Fanggründe und Geologen die größten Rohstofflager zeigen und nebenbei die tägliche Wettervorhersage verfeinern.

14 Erdumkreisungen wird Envisat täglich absolvieren. Dabei liefert der Satellit voraussichtlich sehr hoch aufgelöste Bilder, die Ozeanwirbel erkennen lassen und Unterwasserströmungen auf den Zentimeter genau erfassen. Selbst die Höhe und Verteilung der Meereswellen sollen dem scharfen Auge aus im All nicht entgehen. Für diese Aufgabe bekommt Envisat Hilfe von Jason, dem im letzten Dezember gestarteten französischen Kleinsatelliten.

"Wir werden die Daten aus beiden Quellen zusammenführen, um das beste herauszuholen," verspricht Philippe Gaspar, Chef der satellitengestützten Ozeanforschung bei CLS. Die französische Firma koordiniert die Auswertung der Radar-Höhendaten von Envisat und Jason.

Die Wellenhöhen fließen in Rechenmodelle ein, die großflächige Strömungen erkennen und ruhige Gewässer orten sollen und daraus Schiffsrouten nach dem jeweiligen Wetter optimieren. Auf diese Weise könnte die Fahrtgeschwindigkeit der Schiffe erhöht und ihr Treibstoffverbrauch gesenkt werden, erwartet die ESA.

Die zehn Instrumente an Bord erzeugen täglich so viele Daten, dass damit die Festplatten von 500 Heim-PCs gefüllt werden könnten. Das Material wird auf einem Bandrekorder zwischengespeichert und alle 100 Minuten an die Bodenstationen in Schweden oder Norwegen weitergegeben.

Dabei sollen die Info-Ströme auf zwei Kanälen von je 100 Mbit/s fließen - Envisat muss sich beeilen, denn der Überflug einer Station dauert nur wenige Minuten. Kommt der Datenstrom vollständig an, wird man fast in Echtzeit die natürlichen Prozesse auf unserem Planeten beobachten können.

 Mehr Informationen:

Envisat

Envisat Launch

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

DIE ZEIT: Teurer Späher am Firmament

 

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