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- 15.02.2002 -

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Antarktis: Riesiger Eisberg vor dem Ende

Im Südpolarmeer bahnt sich das Ende eines Giganten an. Nach Ansicht eines amerikanischen Glaziologen wird B-15A, ein Eisberg von rund 140 Kilometern Länge und 32 Kilometern Breite, den nächsten antarktischen Sommer nicht überstehen.

(jkm) - Erst kürzlich hatte der Forscher eine automatische Wetterstation auf dem Eisberg gewartet - wohl zum letzten Mal.

Trotz seiner imposanten Ausmaße ist B-15A selbst nur ein Bruchstück. Seine "Mutter", B-15, hatte sich im März 2000 vom Schelfeis des Rossmeeres gelöst.

Ursprünglich etwa 170 mal 40 Kilometer groß, kollidierte B-15 mehrfach mit dem Rand des Schelfeises. Dabei zerbrach der Eisriese in mehrere Stücke, darunter B-15A, und löste gleichzeitig weitere große Eisberge aus dem Schelfeis heraus.

Ende Januar 2001 hatten Douglas MacAyeal von der University of Chicago und seine Kollegen mehrere Wetterstationen und Satellitensender auf dem Bruchstück errichtet, um die Bewegungen und das Mikroklima des Eisberges zu studieren.

Doch für B-15A sollte es keine ruhige Reise werden. Ende letzten Jahres kollidierte er ausgerechnet mit einem jener Eisberge, die B-15 aus dem Schelfeis herausgeschlagen hatte.

MacAyeal glaubt, dass bei dem Zusammenprall enorme Drücke von über 2,8 Millionen Kilogramm pro Quadratmeter (rund 28 Millionen Pascal) aufgebaut wurden. Das Resultat waren große Risse in B-15A, die seinen natürlichen Zerfall stark beschleunigten."B-15A ist reif", so der Forscher.

Wie die National Science Foundation mitteilt, sind beide Eisberge immer noch miteinander verbunden. Zwischen den beiden Riesen hätten sich sowohl enge Eisspalten von 30 Meter Tiefe als auch ausgedehnte Buchten gebildet, in denen wiederum Eisberge treiben. Normalerweise würden diese selbst als Kolosse gelten, im Vergleich zu ihrem Umfeld wirkten sie jedoch eher unbedeutend.

Laut MacAyeal hätten die Beobachtungen ergeben, "dass die bei solchen Kollisionen auftretenden Kräfte helfen, einen Eisberg auf seinem Weg zu beschleunigen".

Erst letzte Woche hat das National Ice Center in Suitland, Maryland, einen neuen Eisberg im Rossmeer ausgemacht. Verglichen mit seinen Vorgängern wirkt C- 17 jedoch geradezu winzig: Er ist "nur" 150 Quadratkilometer groß.


©
Peter West/National Science Foundation

Wohl zum letzten Mal hat Douglas MacAyeal im Januar die automatischen Wetterstationen auf B-15A gewartet, die ein Jahr zuvor dort errichtet worden waren.

 

 Mehr Informationen:

National Science Foundation

Bilder, Filme und Wetterdaten vom Eisberg

National Ice Center

 

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