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Antarktis: Riesiger Eisberg vor dem Ende
Im Südpolarmeer bahnt
sich das Ende eines Giganten an. Nach Ansicht eines amerikanischen
Glaziologen wird B-15A, ein Eisberg von rund 140 Kilometern Länge
und 32 Kilometern Breite, den nächsten antarktischen Sommer
nicht überstehen.
(jkm) - Erst kürzlich hatte
der Forscher eine automatische Wetterstation auf dem Eisberg gewartet
- wohl zum letzten Mal.
Trotz seiner imposanten Ausmaße
ist B-15A selbst nur ein Bruchstück. Seine "Mutter",
B-15, hatte sich im März 2000 vom Schelfeis des Rossmeeres
gelöst.
Ursprünglich etwa 170 mal
40 Kilometer groß, kollidierte B-15 mehrfach mit dem Rand
des Schelfeises. Dabei zerbrach der Eisriese in mehrere Stücke,
darunter B-15A, und löste gleichzeitig weitere große
Eisberge aus dem Schelfeis heraus.
Ende Januar 2001 hatten Douglas
MacAyeal von der University of Chicago und seine Kollegen mehrere
Wetterstationen und Satellitensender auf dem Bruchstück errichtet,
um die Bewegungen und das Mikroklima des Eisberges zu studieren.
Doch für B-15A sollte es
keine ruhige Reise werden. Ende letzten Jahres kollidierte er
ausgerechnet mit einem jener Eisberge, die B-15 aus dem Schelfeis
herausgeschlagen hatte.
MacAyeal glaubt, dass bei dem
Zusammenprall enorme Drücke von über 2,8 Millionen Kilogramm
pro Quadratmeter (rund 28 Millionen Pascal) aufgebaut wurden.
Das Resultat waren große Risse in B-15A, die seinen natürlichen
Zerfall stark beschleunigten."B-15A ist reif", so der
Forscher.
Wie die National Science Foundation
mitteilt, sind beide Eisberge immer noch miteinander verbunden.
Zwischen den beiden Riesen hätten sich sowohl enge Eisspalten
von 30 Meter Tiefe als auch ausgedehnte Buchten gebildet, in denen
wiederum Eisberge treiben. Normalerweise würden diese selbst
als Kolosse gelten, im Vergleich zu ihrem Umfeld wirkten sie jedoch
eher unbedeutend.
Laut MacAyeal hätten die
Beobachtungen ergeben, "dass die bei solchen Kollisionen
auftretenden Kräfte helfen, einen Eisberg auf seinem Weg
zu beschleunigen".
Erst letzte Woche hat das National
Ice Center in Suitland, Maryland, einen neuen Eisberg im Rossmeer
ausgemacht. Verglichen mit seinen Vorgängern wirkt C- 17
jedoch geradezu winzig: Er ist "nur" 150 Quadratkilometer
groß.
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