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Evolution: Reisten Chamäleons auf
Flößen um die Welt?
Das Chamäleon ist als
Kletterer an ein Leben in den Bäumen angepasst; es gilt als
eher lausiger Schwimmer. Trotzdem soll es schon vor Millionen
Jahren die Weltmeere per Floß bereist haben, glauben amerikanische
Forscher.
(jkm) - Obwohl die meisten Chamäleon-Arten
in Madagaskar und Afrika zu Hause sind, kommen sie in kleiner
Zahl auch im europäische Mittelmeerraum, in Indien und auf
Inseln wie den Seychellen vor.
Diese Lebensräume könnten
die Tiere unfreiwillig über Bäume erreicht haben, die
bei Stürmen ins Meer getrieben wurden, schreiben Christopher
Raxworthy und seine Kollegen vom American Museum of Natural History,
New York, im Magazin "Nature".
Sie verglichen 52 Chamäleon-Arten
und fanden dabei Übereinstimmungen in Morphologie und Erbgut,
die auf gemeinsame Ahnen aus Madagaskar schließen lassen.
Nach den Rekonstruktionen der
Forscher könnten die Echsen in mehreren Wellen von der Insel
aus in die weite Welt aufgebrochen sein. Die Forscher widersprechen
damit früheren Modellen, nach denen sich der Vorläufer
des Chamäleons auf dem Urkontinent Gondwana ausbreiten konnte.
Das wichtigste Argument der Forscher:
Erste fossile Funde früher Chamäleons sind vergleichsweise
"junge" 26 Millionen Jahre als. Madagaskar und Indien
trennten sich aber schon vor 165 Millionen Jahren vom späteren
afrikanischen Kontinent, Indien selber von der Insel vor 88 Millionen
Jahren. Das Chamäleon tauchte also lange nach der Isolation
Madagaskars auf.
Die Wanderung über die Meere
ist schon Ameisen, Spinnen und anderem Getier gelungen. Warum
nicht auch dem Chamäleon? "Die Wege des Chamäleons
über den Ozean werden spekulativ bleiben", schätzt
Olivier Rieppel vom Field Museum in Chicago in einem "Nature"-Kommentar.
Er hält die Floß-Theorie
für ebenso wahrscheinlich wie die Vermutung, die Tiere hätten
eine Landbrücke nach Afrika genutzt. Eine solche Verbindung
zwischen Afrika und Madagaskar könnte es nach Meinung anderer
Forscher noch bis vor 26 Millionen Jahren gegeben haben.
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