|
US-Mediziner: Erste Klonversuche mit
Menschen im März
Der umstrittene amerikanische
Mediziner Panayiotis Zavos will nach eigenen Angaben im kommenden
Monat mit dem Klonen von Menschen beginnen.
Washington/München (dpa)
- Sein internationales Team habe bereits zehn unfruchtbare Paare
für den Versuch ausgewählt, berichtete die Tageszeitung
«Boston Globe» am Dienstag. Wo das heftig kritisierte
Projekt stattfinden soll, sagte der frühere Universitätsprofessor
der Zeitung nicht.
Zavos und der italienische Mediziner
Severino Antinori hatten bereits im vergangenen Jahr mit Klon-Plänen
für Aufsehen gesorgt. Viele Forscher nehmen die Versuche
nicht ernst, andere sind besorgt.
Prof. Eckhard Wolf von der Ludwig-Maximilian-Universität
in München lehnt das Klonen von Menschen generell aus ethischen
Gründen ab. Er verweist zudem auf die geringe Erfolgsrate
beim Klonen von Tieren: «Rein technisch ist es möglich,
einen Zellkern in eine entkerne Eizelle zu injizieren, aber die
Rate der gesunden Geburten ist extrem gering.»
Die besten Ergebnisse gebe es
derzeit noch bei Rindern. «Bis zu 30 Prozent der eingesetzten
Embryonen kommen gesund zur Welt.» In der Regel werden zudem
wesentlich mehr Embryonen erzeugt, als tatsächlich eingesetzt
werden.
Bislang sei aber selbst bei Rindern
kaum zu entscheiden, welche Embryonen zu einem gesunden Tier heranwachsen.
Es gibt viele Fehlgeburten und später auftretende Krankheiten.
Wolf war selbst maßgeblich am Klonen des Kalbes Uschi beteiligt,
dem ersten Säugetier, das in Deutschland nach der Dolly-Methode
entstand.
Auch Ian Wilmut, der in Schottland
1996 mit dem Schaf Dolly weltweit erstmals ein Säugetier
aus einer Körperzelle geklont hatte, hat sich immer wieder
gegen das Klonen von Menschen ausgesprochen.
Derzeit kann man Wolf zufolge
auch noch nicht feststellen, wie viele Gene bei einem geklonten
Embryo nicht mehr normal funktionieren. «Dies vor dem Einsetzen
in die Gebärmutter zu untersuchen, ist noch Zukunftsmusik»,
sagte Wolf.
Klon-Experte Rudolf Jaenisch
vom Whitehead Institut in Cambridge sagte dem «Boston Globe»
mit Blick auf die Ankündigung von Zavos: «Technisch
ist das möglich. Aber man sollte ihn aufhalten. Er sollte
wie ein Aussätziger behandelt werden, weil er etwas absolut
Unmoralisches plant.»
Jaenisch selbst arbeitet an Verfahren
für das therapeutische Klonen. Dabei werden Stammzellen von
wenige Tage alten Embryonen entnommen und zu neuem Gewebe herangezüchtet.
Ende November hatten Forscher
der US-Firma ACT von der Produktion geklonter menschlicher Embryonen
berichtet, die allerdings nach wenigen Zellteilungen abstarben.
Forscher in Südkorea hatten
nach eigenen Angaben bereits 1998 einen menschlichen Embryo aus
ausgewachsenen Zellen geklont, legten aber nie Beweise dafür
vor. Nach Auskunft der Forscher in Seoul wurde daraus ein vierzelliger
Embryo, der aber nicht in eine Gebärmutter eingepflanzt worden
war.
|