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Klimaforscher: Langfristig mehr und
stärkere Stürme zu erwarten
Die Zahl der Sturmfluten in
Norddeutschland wird nach Einschätzung von Klimaforschern
in ferner Zukunft steigen.
Hamburg (dpa) - «In etwa
50 bis 100 Jahren wird es nicht nur mehr Stürme geben, sondern
auch stärkere», sagte Mojib Latif vom Hamburger Max-Planck-Institut
für Klimaforschung in einem dpa-Gespräch. «Unsere
Modelle sagen, dass in den nächsten 20 Jahren noch keine
Veränderung spürbar wird, langfristig aber schon.»
Ein wichtiger Grund für
diese Entwicklung ist nach Angaben Latifs die Klimaerwärmung.
«In den vergangenen 100 Jahren war die globale Erwärmung
noch relativ gering, ungefähr ein halbes Grad», erläuterte
der Klimaexperte. «Das ist noch recht wenig, aber die Erwärmung
wird sich in Zukunft fortsetzen.» In hundert Jahren würden
es mindestens zwei Grad mehr sein. «Dann ist die Erwärmung
so groß, dass ein deutlicher Effekt auf die Sturmaktivitäten
zu erleben sein wird.»
Nach den Modellen der Klimaforscher
werden sich als Folge der Erwärmung das Islandtief und das
Azorenhoch verstärken und nach Osten ausdehnen. «Deswegen
wird gerade Norddeutschland zunehmend unter den Einfluss des Islandtiefs
geraten und muss mit mehr Stürmen rechnen», kündigte
Latif an.
Durch den allmählichen Anstieg
der Temperaturen könne die Atmosphäre zudem mehr Wasser
aufnehmen. «Es kann also mehr Wasser verdunsten und das
bedeutet: Die Energieumsätze innerhalb von Stürmen werden
noch höher und die Stürme damit noch stärker.»
Ein weiter Faktor ist Latif zufolge
der zu erwartende Anstieg des Meeresspiegels. «Der ist zwar
auch innerhalb der nächsten 100 Jahre nicht so fürchterlich
hoch - ungefähr ein halber Meter. Aber wenn man mal jenseits
der 100 Jahre schaut, kann das schon deutlich mehr werden.»
Im Verlauf von zwei oder drei Jahrhunderten sei ein Anstieg des
Meeresspiegels um zwei Meter möglich.
Hat ein Sturm dann die richtige
Stärke und die richtige Windrichtung, kann es zu einer Sturmflut
kommen. «Das ist einfach das Chaos im System», meinte
Latif.
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