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- 08.02.2002 -

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Pflanzen: Wer Feinde abwehrt, gedeiht schlechter

Viele Pflanzen produzieren besondere Abwehrstoffe, sobald sie von Insekten angefressen oder von Krankheits- erregern befallen werden. Gentechniker würden die Stoffe gern auf Kulturpflanzen übertragen. Doch hiervor warnen Biologen: Diese Art der Resistenz sei mit deutlich geringeren Erträgen verbunden.

(jkm) - Pflanzen müssen für die Produktion von Abwehrstoffen Energie und Substanzen aufwenden. Diese Mühe drosselt das Wachstum, berichten die Ökologen Dr. Martin Heil vom Lehrstuhl für Tierökologie und Tropenbiologie der Universität Würzburg und Prof. Dr. Ian Baldwin vom Max-Planck-Institut für Chemische Ökologie in Jena.

Die Forscher stützen ihre These auf Experimente, in denen Weizen in verschieden nährstoffreichen Böden angebaut wurde. Aktivierten die Forscher die Weizen-Resistenz gegen Krankheitserreger, war der Ertrag teilweise um mehr als die Hälfte geringer als bei unbehandelten Pflanzen.

Dr. Heil: "Pflanzen, bei denen das Wachstum durch Nährstoffmangel sowieso schon begrenzt ist, leiden besonders stark unter der aktivierten Abwehr - zumal diese ja ohne Nutzen ist, so lange keine Schädlinge vorhanden sind."

Der Forscher schränkt aber ein: Für die Studien wurden chemische Substanzen verwendet, um die Abwehr der Pflanzen in Gang zu bringen. Unklar sei, ob damit nicht andere, von der Abwehr unabhängige Effekte mit beeinflusst wurden, die das Wachstum unterdrückten.

Im Fachblatt "Trends in Plant Science" berichten die Forscher außerdem von Versuchen mit zahlreichen Mutanten der Ackerschmalwand, einer Verwandten der Kresse. Besonders stark oder dauerhaft resistente Formen dieser Pflanze bleiben kleiner oder produzieren weniger Samen als die unveränderten Formen.

Weil die Befunde unter Laborbedingungen erzielt wurden, bleibe zu prüfen, inwieweit die Ergebnisse auch für den Pflanzenbau gelten. Eventuell ließen sich die höheren Kosten für die Abwehr durch Düngung ausgleichen.

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