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- 07.02.2002 -

Fleischverzehr: Gesündere Ernährung in der Steinzeit

Jahrtausende lang beherrschten Fleisch und Fisch die Speisekarte des Menschen - bevor die ersten Pflanzen angebaut wurden. Doch Herz-Kreislauf-Erkrankungen waren bei den Höhlenmenschen ebenso selten wie bei modernen Naturvölkern. Untersuchungen amerikanischer Ernährungswissenschaftler zeigen: Nicht auf die Quantität, sondern auf die Qualität des Fleisches kommt es an.

(jkm) - 99,5 Prozent ihrer Geschichte verbrachten die Menschen als Jäger und Fischer. Erst seit etwa 10.000 Jahren verdrängen pflanzliche Nahrungsmittel die tierischen Kalorienbomben. Eine Untersuchung bei modernen Naturvölkern zeigte, dass 97 Prozent dieser Jäger und Fischer beim Verzehr von tierischem Fett kritische Werte überschreiten.

Dennoch beobachteten die Wissenschaftler weder bei den Nanamiut in Alaska noch bei den australischen Aborigines oder
!Kung-Buschleuten in Afrika eine größere Anzahl von ernährungsbedingten Krankheiten.

In einer Studie, die in der Februar-Ausgabe des "European Journal of Clinical Nutrition" erscheint, untersuchten Bruce Watkins von der Purdue University und Loren Cordain von der Colorado State University das Muskel- und Fettgewebe sowie das Gehirn nordamerikanischer Wildtiere. Bei den frei lebenden Hirschen und Gabelböcken fanden sie wesentlich höhere Werte an mehrfach ungesättigten Fettsäuren als bei Nutzvieh.

Besonders dramatisch fiel jedoch der Unterschied im Verhältnis zwischen gesättigten und ungesättigten Fetten aus: Die Wildtiere der Rocky Mountains wiesen nur die doppelte Menge an gesättigten Omega-6-Fettsäuren im Vergleich zu mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren auf.

Ähnliche Werte traten bei Rindern auf, die extensiv auf großen Weideflächen gehalten wurden, sowie bei frei lebenden Wiederkäuern in Afrika. Bei Rindern, die mit Ölsaaten gefüttert werden, ist der Anteil an gesättigten Fetten im Fleisch dagegen fünf- bis dreizehnmal höher als an ungesättigten Fetten.

Schon seit längerem ist bekannt, dass eine vermehrte Aufnahme von gesättigten Fettsäuren zu chronischen Entzündungen und Herz- Kreislauf-Erkrankungen führt. Dagegen senken nicht zu große Mengen an mehrfach ungesättigten Fettsäuren den Cholesterin- Spiegel im Blut.

"Unsere moderne Ernährungsweise," erläutert Loren Cordain, "hat sich besonders während der vergangenen einhundert Jahre im Allgemeinen dahin entwickelt, dass wir zu große Mengen an Omega-6-Fettsäuren zu uns nehmen. Die gesättigten Fette finden sich in hohem Grade in dem Getreide, das wir essen, aber auch in dem Fleisch der Rinder, die damit gefüttert werden, wie unsere Untersuchung beweist."

Dass Fleisch sehr wohl Teil einer gesunden Ernährung sein kann, zeigen demnach die frühen Etappen der Menschheitsgeschichte. Die Autoren der Studie, die von der National Science Foundation gefördert wurde, leiten daraus Folgerungen für die moderne Gesellschaft ab: "Unsere Untersuchung weist Viehzüchter und Erzeuger auf Möglichkeiten hin, Nischenmärkte durch die Viehhaltung auf Großweiden zu entwickeln, die dem Interesse der Verbraucher an bestimmten Nahrungsstoffen entgegen kommen."


© ArtToday

Wildtiere: Günstiges Verhältnis zwischen gesättigten und ungesättigten Fettsäuren

 

 Mehr Informationen:

Purdue University

 

 

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