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Fleischverzehr: Gesündere Ernährung
in der Steinzeit
Jahrtausende lang beherrschten
Fleisch und Fisch die Speisekarte des Menschen - bevor die ersten
Pflanzen angebaut wurden. Doch Herz-Kreislauf-Erkrankungen waren
bei den Höhlenmenschen ebenso selten wie bei modernen Naturvölkern.
Untersuchungen amerikanischer Ernährungswissenschaftler zeigen:
Nicht auf die Quantität, sondern auf die Qualität des
Fleisches kommt es an.
(jkm) - 99,5 Prozent ihrer Geschichte
verbrachten die Menschen als Jäger und Fischer. Erst seit
etwa 10.000 Jahren verdrängen pflanzliche Nahrungsmittel
die tierischen Kalorienbomben. Eine
Untersuchung bei modernen Naturvölkern zeigte, dass 97 Prozent
dieser Jäger und Fischer beim Verzehr von tierischem Fett
kritische Werte überschreiten.
Dennoch beobachteten die Wissenschaftler
weder bei den Nanamiut in Alaska noch bei den australischen Aborigines
oder
!Kung-Buschleuten in Afrika eine größere Anzahl von
ernährungsbedingten Krankheiten.
In einer Studie, die in der Februar-Ausgabe
des "European Journal of Clinical Nutrition" erscheint,
untersuchten Bruce Watkins von der Purdue University und Loren
Cordain von der Colorado State University das Muskel- und Fettgewebe
sowie das Gehirn nordamerikanischer Wildtiere. Bei den frei lebenden
Hirschen und Gabelböcken fanden sie wesentlich höhere
Werte an mehrfach ungesättigten Fettsäuren als bei Nutzvieh.
Besonders dramatisch fiel jedoch
der Unterschied im Verhältnis zwischen gesättigten und
ungesättigten Fetten aus: Die Wildtiere der Rocky Mountains
wiesen nur die doppelte Menge an gesättigten Omega-6-Fettsäuren
im Vergleich zu mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren
auf.
Ähnliche Werte traten bei
Rindern auf, die extensiv auf großen Weideflächen gehalten
wurden, sowie bei frei lebenden Wiederkäuern in Afrika. Bei
Rindern, die mit Ölsaaten gefüttert werden, ist der
Anteil an gesättigten Fetten im Fleisch dagegen fünf-
bis dreizehnmal höher als an ungesättigten Fetten.
Schon seit längerem ist bekannt,
dass eine vermehrte Aufnahme von gesättigten Fettsäuren
zu chronischen Entzündungen und Herz- Kreislauf-Erkrankungen
führt. Dagegen senken nicht zu große Mengen an mehrfach
ungesättigten Fettsäuren den Cholesterin- Spiegel im
Blut.
"Unsere moderne Ernährungsweise,"
erläutert Loren Cordain, "hat sich besonders während
der vergangenen einhundert Jahre im Allgemeinen dahin entwickelt,
dass wir zu große Mengen an Omega-6-Fettsäuren zu uns
nehmen. Die gesättigten Fette finden sich in hohem Grade
in dem Getreide, das wir essen, aber auch in dem Fleisch der Rinder,
die damit gefüttert werden, wie unsere Untersuchung beweist."
Dass Fleisch sehr wohl Teil einer
gesunden Ernährung sein kann, zeigen demnach die frühen
Etappen der Menschheitsgeschichte. Die Autoren der Studie, die
von der National Science Foundation gefördert wurde, leiten
daraus Folgerungen für die moderne Gesellschaft ab: "Unsere
Untersuchung weist Viehzüchter und Erzeuger auf Möglichkeiten
hin, Nischenmärkte durch die Viehhaltung auf Großweiden
zu entwickeln, die dem Interesse der Verbraucher an bestimmten
Nahrungsstoffen entgegen kommen."
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