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- 07.02.2002 -

 

 

 

 

 

 

 


 

Marine Bakterien: Aus dem Vollen geschöpft

Die Entdeckung zahlreicher neuer Meeresbakterien, die eine spezielle Form der Photosynthese betreiben, belegt nicht nur, dass es in den Ozeanen noch sehr viel einzelliges Leben zu entdecken gibt. Auch die bisherigen Vorstellun- gen zum marinen Stoff- und Energiekreislauf müssen eventuell überdacht werden.

(jkm) - Ein Team amerikanischer und japanischer Wissenschaftler um Edward DeLong vom kalifornischen Monterey Bay Aquarium Research Institute untersuchte Wasserproben aus dem Pazifik. Zunächst isolierten die Forscher sämtliche RNA aus dem Salzwasser und fahndeten dann nach solchen RNA-Abschnitten, die die Information für Photosynthesepigmente und -proteine trugen.

Dabei konzentrierten sie sich auf eine spezielle Form der Photosynthese, die so genannte aerobe anoxygene Photosynthese. Anders als von Landpflanzen und Algen gewohnt, wird dabei kein Sauerstoff freigesetzt. Erst vor kurzer Zeit war entdeckt worden, dass dieser Stoffwechseltyp im Meer sehr häufig ist. Schätzungsweise wird er von über zehn Prozent aller marinen Mikroben betrieben.

DeLong und seine Kollegen sequenzierten die gefundenen RNA- Abschnitte und versuchten, sie bekannten Bakterien zuzuordnen. Dabei erlebten sie eine Überraschung: Viele der gefundenen Erbgutschnipsel schienen aus Bakteriengruppen zu stammen, die man bislang noch nicht im Ozean nachgewiesen hatte.

Die Forscher konnten zeigen, dass es sich dabei aber nicht etwa um "sterbliche Überreste" von ins Meer gespülten Bakterien handelte, sondern dass die entsprechenden Gene im Meereswasser tatsächlich abgelesen wurden.

Viele Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich der Großteil der marinen Bakterien nicht im Labor kultivieren lässt. Daher setzen Mikrobiologen neben der klassischen Kulturschale immer häufiger den Sequenzier-Automat ein.

"Mikrobielle Vielfalt und Funktion in der Umwelt sind noch nicht sehr gut verstanden", so DeLong. "Mit neuen Techniken, die traditionelle Herangehensweisen ergänzen, können wir uns daran machen, ein realistischeres Bild der tatsächlichen Komplexität zu erlangen."

 Mehr Informationen:

Monterey Bay Aquarium Research Institute

The Real Environmental Genomics Project (REGX)

Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie

vista verde: Ökosystem Meer

 

 Lesen Sie auch:

Vorbild Alge: Kampf gegen Bakterien

Mikroben: Sauberer Strom aus Schlick

 

 

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