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- 06.02.2002 -

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Spaß und Ernst: Roboter kämpfen ums Über- leben

Das erste Langzeitexperiment zur künstlichen Evolution startet Ende März in einem britischen Ausstellungszen- trum. Im Magna Science Adventure Centre in Rotherham werden dabei selbstständig agierende Räuber- und Beute- Roboter aufeinander treffen. Durch Neukombination und Mutation ihrer Programme sollen mit der Zeit immer neue Überlebensstrategien entstehen.

(jkm) - Vater der Idee ist Noel Sharkey, Computerwissen- schaftler an der Universität Sheffield. Sein Konzept sieht ein mehrere Hundert Quadratmeter großes Ökosystem vor, bewohnt von Beute- und Räuber-Robotern.

Die kleinen Beute-Roboter, in der zugehörigen Multimedia-Show als "good guys" vorgestellt, suchen in der Arena nach Licht- quellen, aus denen sie mit Hilfe von Solarzellen elektrische Lebensenergie ernten. Auf diese Nahrung haben es die "bad guys" abgesehen. Bekommt eine dieser großen Maschinen einen kleinen Vetter zu fassen, führt sie eine Elektrode in die Beute ein und zapft Energie aus dessen Kondensator ab.

Die Maschinen nutzen Infrarot-Licht, um sich in der Arena zu orientieren, andere Roboter zu erkennen und um zwischen Freund und Feind zu unterscheiden. Gesteuert wird jeder Roboter von einem Computerchip, in dem ein neuronales Netzwerk die Sinneseindrücke in Verhaltensweisen umsetzt. Die Eigenschaften dieses Netzwerkes sind wiederum in Verhaltensgenen codiert.

Hat ein Roboter genügend lang überlebt, darf er sich mit einem zweiten Roboter paaren: Die Verhaltensgene der Elternteile werden in einen Zentralcomputer geladen, dort leicht verändert, willkürlich neu kombiniert und schließlich in einen neuen Roboter übertragen.

Sharkey glaubt, dass die Beute im Laufe der Zeit immer neue Wege entwickelt, um den Räubern ein Schnippchen zu schlagen. Dies zwingt wiederum die Räuber dazu, neue Jagdstrategien zu entwickeln.

Gleichzeitig dürfen die Räuber nicht zu gut sein: Wenn sie alle Beute-Roboter "töten", entziehen sie sich damit selbst die Lebensgrundlage. Der Forscher spekuliert, dass die autonom handelnden Maschinen vielleicht sogar gemeinschaftliches Verhalten entwickeln könnten, beispielsweise Herdentrieb oder Jagd im Rudel.

"Die Roboter stellen einen wissenschaftlichen Meilenstein der Robotik dar", betont das in einem stillgelegten Stahlwerk angesiedelte Science Centre. Ziel des Experimentes sei es, Sharkeys Forschung in die Praxis umzusetzen und mehr über lernende Maschinen zu erfahren. Denn autonom agierende Roboter hielten schließlich immer öfter Einzug in den Alltag.

Selbstverständlich solle der inszenierte Kampf ums Überleben aber auch "eine unterhaltsame und pädagogische Erfahrung für die Besucher" sein.

 Mehr Informationen:

Magna Science Adventure Centre

 

 

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