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Gentech: Raps gerät außer
Kontrolle
Gentechnisch veränderter
Raps kann seine Pestizid- Resistenz an verwandte Arten weitergeben.
Ein solcher Gen-Transfer ist jetzt erstmals in der kanadischen
Landwirtschaft nachgewiesen worden.
(jkm) - Nach einem Bericht des
britischen Naturschutz-Ver- bandes "English Nature"
ist es unter genmanipulierten Raps- Pflanzen zu einer unerwünschten
Übertragung von Resistenzen, so genannten "stacked genes",
gekommen.
Derartige Effekte glaubte man
bisher durch einen Sicherheits- abstand verhindern zu können:
Felder mit unterschiedlichen Sorten von Gentech-Raps müssen
mindestens 175 Meter weit auseinander liegen.
Dies habe in Kanada nicht funktioniert,
berichtet der Biotechnologe Dr. Brian Johnson von "English
Nature": "Unser Bericht zeigt, dass die Regeln der Gentech-Industrie
nicht ausreichen, um Resistenz-Kombinationen auszuschließen."
In Kanada ist Gentech-Raps in
Umlauf, der bis zu drei eingebaute Resistenzen besitzt. Durch
unkontrollierte Befruchtungen kommt es zu weiteren Resistenzen.
Die außer Kontrolle geratenen Pflanzen haben sich inzwischen
weit verbreitet und drohen sich zu neuen Unkräutern zu entwickeln,
berichtet "English Nature".
Johnson befürchtet, der kommerzielle
Einsatz von Gentech-Raps in Großbritannien werde ähnliche
Folgen haben wie in Kanada: "Es wird für den Bauern
schwieriger, solches Saatgut unter Kontrolle zu halten und vermutlich
muss er dazu neue, umweltschädlichere Herbizide einsetzen."
In diesem Zusammenhang kritisiert
"English Nature" einen Vorschlag der Europäischen
Kommission, importiertes Saatgut solle künftig bis zu 0,7
Prozent gentechnisch veränderte Saat enthalten dürfen.
Diese Spuren reichten schon, schleichende Resistenzen in der Landwirtschaft
zu verbreiten, was langfristig den Einsatz stärkerer Pestizide
und Herbizide erfordere.
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