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Anden: Lamakot für sauberes Wasser
Mit Hilfe von emsigen Bakterien
wollen britische Wissen- schaftler saures und mit Schwermetallen
belastetes Minenwasser in den bolivianischen Anden reinigen. Als
Futter für die einzelligen Reinigungstrupps dient dabei organisches
Material in einer nahezu allgegenwärtigen Form: Lamakot.
(jkm) - Paul Younger von der University
of Newcastle upon Tyne verfügt über reichlich Erfahrung
mit dieser "low tech"-Reini- gungsmethode. Denn auch
aus stillgelegten britischen Minen wäscht das Regenwasser
Säuren und Metalle, überwiegend Eisen, aus. Dadurch
nimmt das Wasser nicht nur eine intensive rote Farbe an, sondern
wird auch zu einem echten Umweltproblem.
Die Lösung fand Younger in
Form spezieller Bakterien, die er auf einem Gemisch aus Kalkstein
und organischem Material, etwa Kompost, wachsen lässt. Wird
Minenwasser durch dieses Gemisch geleitet, reduzieren die Bakterien
das im Wasser enthaltene Sulfat zu Sulfid. Dieses bildet mit den
Metallen schwer lösliche Verbindungen, die aus dem Wasser
ausfallen.
Gleichzeitig fungiert der Kalkstein
als Puffer, der den Säuregehalt des Wasser senkt. Die elegante
Technik erwies sich in Groß- britannien als derart erfolgreich,
dass sie nun auch in Bolivien zum Einsatz kommen soll.
In der dortigen Cordillera Real
oder Königskordillere liegen zahlreiche verlassene Minen.
Besondere Sorgen macht die Mina Milluni, eine 1985 aufgegebene
Zinnmine. Das aus diesem Bergwerk abfließende Wasser weist
neben hohen Eisen- und Säuregehalten auch bedenkliche Mengen
von Cadmium auf.
Trotzdem wird es von einigen Bewohnern
der Hauptstadt La Paz unbehandelt für Haushalt und Landwirtschaft
benutzt. Daher arbeiten Younger und der bolivianische Ingenieur
Marcos Arce bereits daran, die im Nordwesten Englands entwickelte
Technik an das Gebirgsklima der Anden anzupassen.
Laut Younger bereiten vor allem
die Lage in über 4.400 Metern Höhe über dem Meeresspiegel
und die beinahe ganzjährig auftretenden Nachtfröste
Probleme. Zudem gebe es in den Bolivianischen Anden kaum Kuh-
oder Pferdemist, wie er in Großbritannien als Bakterienfutter
eingesetzt wird.
"Wie auch immer, Lamakot
gibt es dort reichlich, obgleich kaum erwähnt werden muss,
dass über dessen Einsatz bei der Aufarbeitung saurer Minenwässer
bislang kaum Daten vorliegen." Die ersten Versuche haben
nach Auskunft des Forschers jedoch ermutigende Resultate erbracht.
Wurde das Minenwasser durch eine
Reihe von vier Behältern mit Lamakot und Kalkstein geleitet,
nahmen die Bakterien bereitwillig die Arbeit auf. Gleichzeitig
stieg der pH-Wert des Wassers von sauren 3,2 auf fast neutrale
6,3.
Die beiden Forscher suchen nun
nach finanzieller Unterstützung für die Errichtung größere
Anlagen.
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