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- 30.01.2002 -

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Anden: Lamakot für sauberes Wasser

Mit Hilfe von emsigen Bakterien wollen britische Wissen- schaftler saures und mit Schwermetallen belastetes Minenwasser in den bolivianischen Anden reinigen. Als Futter für die einzelligen Reinigungstrupps dient dabei organisches Material in einer nahezu allgegenwärtigen Form: Lamakot.

(jkm) - Paul Younger von der University of Newcastle upon Tyne verfügt über reichlich Erfahrung mit dieser "low tech"-Reini- gungsmethode. Denn auch aus stillgelegten britischen Minen wäscht das Regenwasser Säuren und Metalle, überwiegend Eisen, aus. Dadurch nimmt das Wasser nicht nur eine intensive rote Farbe an, sondern wird auch zu einem echten Umweltproblem.

Die Lösung fand Younger in Form spezieller Bakterien, die er auf einem Gemisch aus Kalkstein und organischem Material, etwa Kompost, wachsen lässt. Wird Minenwasser durch dieses Gemisch geleitet, reduzieren die Bakterien das im Wasser enthaltene Sulfat zu Sulfid. Dieses bildet mit den Metallen schwer lösliche Verbindungen, die aus dem Wasser ausfallen.

Gleichzeitig fungiert der Kalkstein als Puffer, der den Säuregehalt des Wasser senkt. Die elegante Technik erwies sich in Groß- britannien als derart erfolgreich, dass sie nun auch in Bolivien zum Einsatz kommen soll.

In der dortigen Cordillera Real oder Königskordillere liegen zahlreiche verlassene Minen. Besondere Sorgen macht die Mina Milluni, eine 1985 aufgegebene Zinnmine. Das aus diesem Bergwerk abfließende Wasser weist neben hohen Eisen- und Säuregehalten auch bedenkliche Mengen von Cadmium auf.

Trotzdem wird es von einigen Bewohnern der Hauptstadt La Paz unbehandelt für Haushalt und Landwirtschaft benutzt. Daher arbeiten Younger und der bolivianische Ingenieur Marcos Arce bereits daran, die im Nordwesten Englands entwickelte Technik an das Gebirgsklima der Anden anzupassen.

Laut Younger bereiten vor allem die Lage in über 4.400 Metern Höhe über dem Meeresspiegel und die beinahe ganzjährig auftretenden Nachtfröste Probleme. Zudem gebe es in den Bolivianischen Anden kaum Kuh- oder Pferdemist, wie er in Großbritannien als Bakterienfutter eingesetzt wird.

"Wie auch immer, Lamakot gibt es dort reichlich, obgleich kaum erwähnt werden muss, dass über dessen Einsatz bei der Aufarbeitung saurer Minenwässer bislang kaum Daten vorliegen." Die ersten Versuche haben nach Auskunft des Forschers jedoch ermutigende Resultate erbracht.

Wurde das Minenwasser durch eine Reihe von vier Behältern mit Lamakot und Kalkstein geleitet, nahmen die Bakterien bereitwillig die Arbeit auf. Gleichzeitig stieg der pH-Wert des Wassers von sauren 3,2 auf fast neutrale 6,3.

Die beiden Forscher suchen nun nach finanzieller Unterstützung für die Errichtung größere Anlagen.


© ArtToday

Guanako, die Wildform des Haustieres Lama

 

 Mehr Informationen:

Pressemitteilung der Newcastle University

Homepage von Paul Younger

Minewater.net

VOX Tierzeit: Lama

 

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