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Umweltforschung: Neuer Satellit startet
im März ins All
Im März soll der europäische
Umwelt-Satellit «Envisat» ins All starten. Er wird
fünf Jahre lang aus 800 Kilometern Höhe Veränderungen
von Klima und Atmosphäre zur Erde funken.
Berlin (dpa) - Wie das Deutsche
Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) auf der Jahrespressekonferenz
am Dienstag in Berlin mitteilte, werden damit innerhalb kurzer
Zeit drei «Umweltstars» mit deutscher Beteiligung
um die Erde kreisen.
Das 1,18 Milliarden Euro (2,3
Milliarden Mark) teure Forschungs- projekt «Envisat»
soll mit insgesamt zehn Messinstrumenten vor allem Informationen
über die Menge der Treibhausgase liefern. So könne die
Einhaltung der Vorgaben aus dem Klimaschutz- protokoll von Kyoto
überprüft werden.
An Bord sei auch das deutsch-niederländische
Messgerät «Sciamachy», mit dem die Forscher insbesondere
Ozonwerte gewinnen wollen. Die Erstellung einer Datensammlung
für die Umweltforschung zählt laut DLR in diesem Jahr
zu den Schwerpunkten der deutschen Raumfahrt.
Neben dem Testen neuer Technologie
sei auch die Weigerung der USA, dem Kyoto-Protokoll zur Begrenzung
von Treibhaus- gasen beizutreten Antrieb für die europäische
«Envisat»- Forschungsinitiative, sagte DLR-Vorstandsmitglied
Achim Bachem. «Wir brauchen Fähigkeiten zur Erdbeobachtung,
die unabhängig von den USA sind»
Ebenfalls Anfang März soll
das amerikanisch-deutsch-russische Projekt «Grace»
starten. Es besteht aus zwei baugleichen Satelliten, die die Schwerkraft
der Erde in bisher unerreichter Genauigkeit messen. Die Satelliten
könnten auch Daten zum Klima, dem Einfluss der Meeresströmung
auf das Wetter und zur Erdbebenforschung gewinnen.
Ein Erfolg für die deutschen
Raumforscher ist laut DLR bereits seit einigen Monaten der in
Berlin gebaute Satellit «Bird». Der bierkistengroße
High-Tech-Würfel könne als erster Satellit der Welt
Vulkanausbrüche oder Feuersbrünste auf der Erde früh-
zeitig erkennen und die Temperatur der Flammen messen. Er lieferte
jüngst genaue Bilder und Daten von den Buschbränden
um Sidney.
Als weitere Schwerpunkte der
Deutschen Raumfahrt nannte der DLR-Vorstand für das Jahr
2002 die Gasturbinenforschung, die Entwicklung solarthermischer
Kraftwerke sowie den Bau von Messtechnik für die Verkehrsforschung.
Das DLR beschäftigt in Deutschland
an acht Standorten rund 4500 Mitarbeiter und hat einen eigenen
Forschungsetat von 360 Millionen Euro (184,1 Millionen Mark).
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