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- 29.01.2002 -

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Umweltforschung: Neuer Satellit startet im März ins All

Im März soll der europäische Umwelt-Satellit «Envisat» ins All starten. Er wird fünf Jahre lang aus 800 Kilometern Höhe Veränderungen von Klima und Atmosphäre zur Erde funken.

Berlin (dpa) - Wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) auf der Jahrespressekonferenz am Dienstag in Berlin mitteilte, werden damit innerhalb kurzer Zeit drei «Umweltstars» mit deutscher Beteiligung um die Erde kreisen.

Das 1,18 Milliarden Euro (2,3 Milliarden Mark) teure Forschungs- projekt «Envisat» soll mit insgesamt zehn Messinstrumenten vor allem Informationen über die Menge der Treibhausgase liefern. So könne die Einhaltung der Vorgaben aus dem Klimaschutz- protokoll von Kyoto überprüft werden.

An Bord sei auch das deutsch-niederländische Messgerät «Sciamachy», mit dem die Forscher insbesondere Ozonwerte gewinnen wollen. Die Erstellung einer Datensammlung für die Umweltforschung zählt laut DLR in diesem Jahr zu den Schwerpunkten der deutschen Raumfahrt.

Neben dem Testen neuer Technologie sei auch die Weigerung der USA, dem Kyoto-Protokoll zur Begrenzung von Treibhaus- gasen beizutreten Antrieb für die europäische «Envisat»- Forschungsinitiative, sagte DLR-Vorstandsmitglied Achim Bachem. «Wir brauchen Fähigkeiten zur Erdbeobachtung, die unabhängig von den USA sind»

Ebenfalls Anfang März soll das amerikanisch-deutsch-russische Projekt «Grace» starten. Es besteht aus zwei baugleichen Satelliten, die die Schwerkraft der Erde in bisher unerreichter Genauigkeit messen. Die Satelliten könnten auch Daten zum Klima, dem Einfluss der Meeresströmung auf das Wetter und zur Erdbebenforschung gewinnen.

Ein Erfolg für die deutschen Raumforscher ist laut DLR bereits seit einigen Monaten der in Berlin gebaute Satellit «Bird». Der bierkistengroße High-Tech-Würfel könne als erster Satellit der Welt Vulkanausbrüche oder Feuersbrünste auf der Erde früh- zeitig erkennen und die Temperatur der Flammen messen. Er lieferte jüngst genaue Bilder und Daten von den Buschbränden um Sidney.

Als weitere Schwerpunkte der Deutschen Raumfahrt nannte der DLR-Vorstand für das Jahr 2002 die Gasturbinenforschung, die Entwicklung solarthermischer Kraftwerke sowie den Bau von Messtechnik für die Verkehrsforschung.

Das DLR beschäftigt in Deutschland an acht Standorten rund 4500 Mitarbeiter und hat einen eigenen Forschungsetat von 360 Millionen Euro (184,1 Millionen Mark).


©
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Elektrische Tests und Vakuum-Tests an BIRD im Reinraum des DLR-Instituts für Weltraumsensorik und Planetenerkundung in Berlin-Adlershof.

 

 Mehr Informationen:

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

 

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