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- 24.01.2002 -

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Stickstoffkreislauf: Verschmutzung gemessen?

Der Mensch hat die Vegetation der nördlichen Erdhalbkugel sehr viel stärker beeinflusst als bislang angenommen. Darauf deutet eine Untersuchung des Stickstoffkreislaufs in südamerikanischen Wäldern hin. Nach Ansicht amerika- nischer Ökologen haben die meisten bisherigen Unter- suchungen diesen Effekt schlicht übersehen.

(jkm) - Stickstoff ist neben Kohlenstoff das wichtigste Nährelement für Pflanzen. "Menschliche Aktivitäten wie die Verbrennung fossiler Energieträger, Düngerproduktion und Landnutzung haben den Stickstoffkreislauf in großen Gebieten massiv verändert", so Steven Perakis und Lars Hedin von der Cornell University in Ithaca.

Um die Stärke des menschlichen Einflusses zu ermitteln, wandten die Ökologen sich Wäldern im Süden Chiles und Argentiniens zu, die von Luftverschmutzung oder Holzeinschlag bislang verschont geblieben sind.

Die Forscher untersuchten Bäche in hundert geologisch wie klimatisch höchst unterschiedlichen Waldgebieten. Wie sie in "Nature" berichten, lieferte die Analyse verblüffende Resultate: Nur ein verschwindend geringer Anteil des im Wasser gelösten Stickstoffs lag in anorganischer Form vor, also als Nitrat oder Ammonium. Dagegen waren bis zu 97 Prozent des von den Bächen abtransportierten Stickstoffs in organischen Molekülen gebunden.

Untersuchungen in den relativ stark beeinflussten Wäldern der Nordhalbkugel hatten entgegengesetzte Resultate ergeben. Daher war man davon ausgegangen, dass Wälder allgemein den Großteil ihres Stickstoffs in anorganischer Form verlieren.

Nach Ansicht der Forscher stellen ihre Ergebnisse diese Annahme in Frage, zumindest für nicht oder nur wenig beeinflusste Wälder. "Anscheinend hat unsere Neigung, Experimente überwiegend auf der Nordhalbkugel durchzuführen, uns ein falsche Bild vermittelt", schreibt Nico van Breemen von der Universität Wageningen in einem begleitenden Kommentar.

Da die Stickstoffversorgung das Wachstum der Bäume bestimme, müssten auch Modelle des Kohlenstoffkreislaufs überdacht werden, so Perakis und Hedin.

"Modelle von Waldökosystemen sollten organisch gebundenen Stickstoff als Hauptverlustroute für Stickstoff enthalten. Zudem sollten sie die Auswirkungen berücksichtigen, die solche Verluste auf die Nährstoffversorgung und auf Kohlenstoffbalance haben könnten."


© ArtToday

Die Smokey Mountains in Tennessee: hier wurden u.a. Vergleichsmessungen vorgenommen.

 

 Mehr Informationen:

U.S. Geological Survey

Hamburger Bildungs- server: Eingriffe des Menschen in den globalen Stickstoff- kreislauf

Biokurs.de: Kohlenstoff- und Stickstoffkreislauf

Zuviel Stickstoff - ein Problem für den Stoffhaushalt der Natur

vista verde: Ökosystem Wald

 

 

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