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Mikroben: Sauberer Strom aus Schlick
Bakterien in sauerstoffarmen
Sedimenten lassen sich zum Abbau von Schadstoffen ermuntern, indem
man einfach eine elektrische Verbindung zwischen Sediment und
Meereswasser herstellt. Gleichzeitig lässt sich ein Teil
der Stoffwechselenergie als elektrischer Strom abgreifen.
(jkm) - Auch in kaum durchlüfteten
Sedimenten oder Boden- schichten wimmelt es von Leben, hauptsächlich
in Form von Bakterien. Statt auf Sauerstoff übertragen diese
Mikroben Elektronen aus ihrem Stoffwechsel beispielsweise auf
Eisen und gewinnen so Energie.
Kürzlich wurde beobachtet,
dass einige Sedimentbewohner äußerst genügsam
sind: Sie begnügen sich auch mit einer Graphitelektrode,
über die sie Elektronen an das Meerwasser leiten. Letzteres
schließt den Kreislauf zum Sediment.
Die Forscher um Derek Lovley von
der University of Massa- chusetts, Amherst, untersuchten diesen
Prozess nun genauer. Wie sie in "Science" berichten,
stellten sie über Graphitelektro- den eine elektrische Verbindung
zwischen Sediment- und Wasserschicht eines Aquariums her. Prompt
maßen sie einen Stromfluss zwischen den beiden Elektroden,
der über mehrere Monate anhielt.
Nähere Untersuchungen zeigten,
dass sich Mikroben der Art Desulfuromonas acetoxidans auf der
Sedimentelektrode angesiedelt hatten, die den "elektrischen
Schnorchel" zum Abbau organischer Substanzen ausnutzen.
Auf die gleiche Weise konnten
die Forscher Mikroben der Gattung Geobacter dazu ermuntern, ebenfalls
Essigsäure oder sogar Benzoesäure abzubauen. Geobacter
und verwandte Gattungen könnten eine breite Palette von organischen
Substanzen verwerten, schreiben Lovley und seine Kollegen.
"Daher könnte die Entdeckung
nicht nur eine Methode zur Energiegewinnung aus organischer Substanz
aufzeigen, sondern auch eine Strategie, um den biologischen Abbau
von organischen Schadstoffen (...) anzukurbeln."
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