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- 18.01.2002 -

 

 

 

 

 

 

 


 

HIV: Immunschwächevirus in wilden Schimpansen

Wild lebende Schimpansen in Tansania sind mit einem HIV- ähnlichen Virus infiziert. Führt diese Spur zur Quelle von Aids?

(jkm) - Den ersten Fall dokumentiert jetzt eine internationale Forschergruppe im Magazin "Science". Der Befund zeigt nach Ansicht der Forscher, dass es ein natürliches Reservoir für das "simian immunodeficiency virus" SIV gibt. Aus diesem Virus ist vermutlich HIV hervorgegangen.

Das Team um Mario Santiago und Beatrice Hahn von der University of Alabama, Birmingham, untersuchte Urin und Kot von 58 in Tansania, Uganda und Côte d'Ivoire lebenden Schimpansen. Lediglich bei einem Männchen der Unterart Pan troglodytes schweinfurthii, das im Gombe-Nationalpark in Tansania lebt, stießen sie auf SIV.

Dieser SIVcpzTAN1 getaufte Virusstamm unterscheidet sich zudem deutlich von allen bisher bekannten SIV- und HIV-Stämmen. Daher könne diese Schimpansen-Unterart nicht die Quelle für HIV-1 sein, so die Forscher.

Das Verbreitungsgebiet von SIVcpz reiche bis ins ostafrikanische Tansania, schreiben die Forscher. Bislang hatte man SIVcpz nur bei in Gefangenschaft lebenden Schimpansen gefunden, die aus Kamerun und Gabun im Westen Zentralafrikas stammten.

"Die Prävalenz von SIV bei diesen Schimpansen liegt weiter unter der bei anderen Primaten", so Santiago und seine Kollegen. Bei Meerkatzen könnten dagegen bis zu 90 Prozent der erwach- senen Tiere infiziert sein. Für die geringe Häufigkeit bei Schim- pansen könne es mehrere Gründe gegen, beispielsweise der generelle Rückgang der Schimpansen oder die Zerstückelung ihres Lebensraums.

Das infizierte Männchen gehört zu einer Schimpansengruppe, die von Primatenforschern um Jane Goodall, Mitautorin des "Science"-Artikels, seit langem intensiv studiert wird.

"Sie kennen all seine Geschlechtspartnerinnen und seine sexuelle Aktivität in der Vergangenheit", erläutert George Shaw, der ebenfalls an der Studie beteiligt war. "Daher können wir Proben von den Geschlechtspartnerinnen und ihren Nachkommen sammeln und die Ausbreitung des Virus im Freiland untersuchen."

 Mehr Informationen:

Howard Hughes Medical Institute

Jane Goodall Institut

Jane Goodall Institut Deutschland

Deutsche AIDS-Hilfe

HIV.net

 

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