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HIV: Immunschwächevirus in wilden
Schimpansen
Wild lebende Schimpansen in
Tansania sind mit einem HIV- ähnlichen Virus infiziert. Führt
diese Spur zur Quelle von Aids?
(jkm) - Den ersten Fall dokumentiert
jetzt eine internationale Forschergruppe im Magazin "Science".
Der Befund zeigt nach Ansicht der Forscher, dass es ein natürliches
Reservoir für das "simian immunodeficiency virus"
SIV gibt. Aus diesem Virus ist vermutlich HIV hervorgegangen.
Das Team um Mario Santiago und
Beatrice Hahn von der University of Alabama, Birmingham, untersuchte
Urin und Kot von 58 in Tansania, Uganda und Côte d'Ivoire
lebenden Schimpansen. Lediglich bei einem Männchen der Unterart
Pan troglodytes schweinfurthii, das im Gombe-Nationalpark in Tansania
lebt, stießen sie auf SIV.
Dieser SIVcpzTAN1 getaufte Virusstamm
unterscheidet sich zudem deutlich von allen bisher bekannten SIV-
und HIV-Stämmen. Daher könne diese Schimpansen-Unterart
nicht die Quelle für HIV-1 sein, so die Forscher.
Das Verbreitungsgebiet von SIVcpz
reiche bis ins ostafrikanische Tansania, schreiben die Forscher.
Bislang hatte man SIVcpz nur bei in Gefangenschaft lebenden Schimpansen
gefunden, die aus Kamerun und Gabun im Westen Zentralafrikas stammten.
"Die Prävalenz von SIV
bei diesen Schimpansen liegt weiter unter der bei anderen Primaten",
so Santiago und seine Kollegen. Bei Meerkatzen könnten dagegen
bis zu 90 Prozent der erwach- senen Tiere infiziert sein. Für
die geringe Häufigkeit bei Schim- pansen könne es mehrere
Gründe gegen, beispielsweise der generelle Rückgang
der Schimpansen oder die Zerstückelung ihres Lebensraums.
Das infizierte Männchen gehört
zu einer Schimpansengruppe, die von Primatenforschern um Jane
Goodall, Mitautorin des "Science"-Artikels, seit langem
intensiv studiert wird.
"Sie kennen all seine Geschlechtspartnerinnen
und seine sexuelle Aktivität in der Vergangenheit",
erläutert George Shaw, der ebenfalls an der Studie beteiligt
war. "Daher können
wir Proben von den Geschlechtspartnerinnen und ihren Nachkommen
sammeln und die Ausbreitung des Virus im Freiland untersuchen."
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