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Klimaforschung: El Niño begünstigt
Bartonellose
Mit dem Seewetterbericht lassen
sich nicht nur Sonne und Regen der nächsten Tage vorhersagen,
sondern auch die Verbreitung der Bartonellose.
(jkm) - Die auch als Carrion'sche
Krankheit oder Oroyafieber bezeichnete Infektionserkrankung wird
durch Bakterien ausgelöst. Sie zieht Fieber, das Anschwellen
der Lymphknoten und schwere Blutarmut nach sich. Klimaforscher
der NASA und US-Mediziner wollen durch Beobachtung des Wetterphänomens
El Niño künftig Ausbrüche der Bartonellose vorhersagen.
Die Krankheit ist in den Hochtälern
der Anden verbreitet, in Peru, Ecuador und Südwest-Columbien.
Ihre Übertragung erfolgt durch Stechmücken, die Inkubationszeit
kann Wochen betragen.
Wie die NASA-Beobachtungen zeigen,
besteht ein enger Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Bartonellose
und El Niño: Wenn warme Meeresströme über den
Pazifischen Ozean nach Südamerika wandern, bringen sie feucht-warmes
Klima mit, das die Stechmücken begünstigt. Ein bis drei
Monate später schlägt sich dies in einer steigenden
Zahl von Bartonellose-Infektionen nieder.
Dies berichteten die Forscher
jetzt auf einer Tagung der American Meteorological Society vor.
Sie werteten die Wetter-Entwicklung der peruanischen Regionen
Caraz und Cusco in den Jahren 1997-98 aus, als Südamerika
unter starkem El Niño-Einfluss stand.
Die NASA hatte das Ereignis mit
ihrem TRMM-Satelliten (für Tropical Rainfall Measuring Mission)
verfolgt. In Folge des Wetterphänomens wurde eine extrem
hohe Zahl an Stech- mücken und später doppelt so viele
Fälle von Bartonellose ermittelt.
Eine rechtzeitige Reaktion auf
den El Niño könne künftig helfen, Epidemien schon
vor ihrem Ausbruch zu bremsen, hofft Larry Laughlin vom Uniformed
Services University of Health Sciences: "Den lokalen Gesundheitsbehörden
soll es ermöglicht werden, Gegenmaßnahmen zu ergreifen,
wenn eine Epidemie zu erwarten ist. Der richtige Zeitpunkt ist
entscheidend in Entwicklungs- ländern, deren Mittel zur Gesundheitsvorsorge
begrenzt sind."
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