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- 18.01.2002 -

 

 

 

 

 

 

 


 

Klimaforschung: El Niño begünstigt Bartonellose

Mit dem Seewetterbericht lassen sich nicht nur Sonne und Regen der nächsten Tage vorhersagen, sondern auch die Verbreitung der Bartonellose.

(jkm) - Die auch als Carrion'sche Krankheit oder Oroyafieber bezeichnete Infektionserkrankung wird durch Bakterien ausgelöst. Sie zieht Fieber, das Anschwellen der Lymphknoten und schwere Blutarmut nach sich. Klimaforscher der NASA und US-Mediziner wollen durch Beobachtung des Wetterphänomens El Niño künftig Ausbrüche der Bartonellose vorhersagen.

Die Krankheit ist in den Hochtälern der Anden verbreitet, in Peru, Ecuador und Südwest-Columbien. Ihre Übertragung erfolgt durch Stechmücken, die Inkubationszeit kann Wochen betragen.

Wie die NASA-Beobachtungen zeigen, besteht ein enger Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Bartonellose und El Niño: Wenn warme Meeresströme über den Pazifischen Ozean nach Südamerika wandern, bringen sie feucht-warmes Klima mit, das die Stechmücken begünstigt. Ein bis drei Monate später schlägt sich dies in einer steigenden Zahl von Bartonellose-Infektionen nieder.

Dies berichteten die Forscher jetzt auf einer Tagung der American Meteorological Society vor. Sie werteten die Wetter-Entwicklung der peruanischen Regionen Caraz und Cusco in den Jahren 1997-98 aus, als Südamerika unter starkem El Niño-Einfluss stand.

Die NASA hatte das Ereignis mit ihrem TRMM-Satelliten (für Tropical Rainfall Measuring Mission) verfolgt. In Folge des Wetterphänomens wurde eine extrem hohe Zahl an Stech- mücken und später doppelt so viele Fälle von Bartonellose ermittelt.

Eine rechtzeitige Reaktion auf den El Niño könne künftig helfen, Epidemien schon vor ihrem Ausbruch zu bremsen, hofft Larry Laughlin vom Uniformed Services University of Health Sciences: "Den lokalen Gesundheitsbehörden soll es ermöglicht werden, Gegenmaßnahmen zu ergreifen, wenn eine Epidemie zu erwarten ist. Der richtige Zeitpunkt ist entscheidend in Entwicklungs- ländern, deren Mittel zur Gesundheitsvorsorge begrenzt sind."


©
GSFC/NASA

Stechmücken (Lutzomyia) werden durch das feucht-warme Klima in El Niño-Jahren begünstigt.

 

 Mehr Informationen:

NASA/Goddard Space Flight Center

 

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