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Pflanzen: Artenreichtum auf der Schlacke-Halde
Schlacke aus Müllverbrennungsanlagen
enthält zahlreiche Schwermetalle. Die Pflanzenwelt stört
sich daran aber offenbar nicht.
(jkm) - Schlacke-Deponien können
sogar zum Biotop für viele Pflanzen werden, die in der Kulturlandschaft
keinen Lebensraum mehr finden. Dies haben Pflanzenphysiologen
am Beispiel der Reststoffdeponie Hopferstadt im Landkreis Würzburg
heraus- gefunden.
Die Deponie sei sogar als "Trittstein"
für die Vermehrung selten gewordener Pflanzen anzusehen,
berichten die Forscher um Prof. Hartmut Gimmler von der Universität
Würzburg. Die Artenvielfalt auf dem Deponiegelände sei
deutlich höher als in der unmittel- baren Umgebung, welche
die Autoren als artenarme "Kultur- steppe" einstufen.
Die Wissenschaftler gehen davon
aus, dass die Müllschlacken erst nach Jahrhunderten bis Jahrtausenden
verstärkt Schwer- metalle freisetzen. Auf der Deponie Hopferstadt
analysieren sie zur Zeit, wie Pflanzen in der Schlacke wurzeln.
Dafür werden bewachsene mit unbewachsenen Schlackeflächen
verglichen.
Als Zwischenergebnis ermittelten
die Forscher bereits, dass aus beiden Flächen selbst nach
längerer Zeit kein erhöhter Austrag von Schwermetallen
ins Grundwasser erfolgt.
Das liege einerseits an der hohen
Pufferkapazität der Schlacke, andererseits an der geringen
Wurzeltiefe der Pflanzen auf der Schlacke. Zwar nehme die Vegetation
auf Schlackeflächen mehr Schwermetalle auf, so Gimmler: "Die
gemessenen Gehalte sind allerdings weder bedenklich für die
Pflanze selber noch für potenzielle Nahrungsketten."
Die auf der Deponie gesammelten
Daten fließen in ein geoche- misches Rechenmodell ein, mit
dem sich die Pufferkapazität der Schlacke modellieren lässt.
Mit diesem Computermodell könne, so Gimmler, die langfristige
Umweltverträglichkeit der Schlacke nachgewiesen werden.
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