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- 16.01.2002 -

 

 

 

 

 


 

Pflanzen: Artenreichtum auf der Schlacke-Halde

Schlacke aus Müllverbrennungsanlagen enthält zahlreiche Schwermetalle. Die Pflanzenwelt stört sich daran aber offenbar nicht.

(jkm) - Schlacke-Deponien können sogar zum Biotop für viele Pflanzen werden, die in der Kulturlandschaft keinen Lebensraum mehr finden. Dies haben Pflanzenphysiologen am Beispiel der Reststoffdeponie Hopferstadt im Landkreis Würzburg heraus- gefunden.

Die Deponie sei sogar als "Trittstein" für die Vermehrung selten gewordener Pflanzen anzusehen, berichten die Forscher um Prof. Hartmut Gimmler von der Universität Würzburg. Die Artenvielfalt auf dem Deponiegelände sei deutlich höher als in der unmittel- baren Umgebung, welche die Autoren als artenarme "Kultur- steppe" einstufen.

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Müllschlacken erst nach Jahrhunderten bis Jahrtausenden verstärkt Schwer- metalle freisetzen. Auf der Deponie Hopferstadt analysieren sie zur Zeit, wie Pflanzen in der Schlacke wurzeln. Dafür werden bewachsene mit unbewachsenen Schlackeflächen verglichen.

Als Zwischenergebnis ermittelten die Forscher bereits, dass aus beiden Flächen selbst nach längerer Zeit kein erhöhter Austrag von Schwermetallen ins Grundwasser erfolgt.

Das liege einerseits an der hohen Pufferkapazität der Schlacke, andererseits an der geringen Wurzeltiefe der Pflanzen auf der Schlacke. Zwar nehme die Vegetation auf Schlackeflächen mehr Schwermetalle auf, so Gimmler: "Die gemessenen Gehalte sind allerdings weder bedenklich für die Pflanze selber noch für potenzielle Nahrungsketten."

Die auf der Deponie gesammelten Daten fließen in ein geoche- misches Rechenmodell ein, mit dem sich die Pufferkapazität der Schlacke modellieren lässt. Mit diesem Computermodell könne, so Gimmler, die langfristige Umweltverträglichkeit der Schlacke nachgewiesen werden.

 Mehr Informationen:

Projektseite der Universität Würzburg

Pressemitteilung der Universität Würzburg

vista verde: Schadstoffe und Umweltgifte

 

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