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- 16.01.2002 -


 

Artensterben: Sympathieträger leben länger

Auch die Wissenschaft trägt ihren Teil zum weltweiten Artensterben bei, glaubt ein australischer Ökologe. Bei
der Erstellung von Roten und Schwarzen Listen würden überwiegend "schillernde" Arten erfasst und die "grauen Mäuse" gleichzeitig zum Aussterben verurteilt.

(jkm) - Listen von ausgestorbenen oder bedrohten Tier- und Pflanzenarten dienen als Grundlage für Entscheidungen in Naturschutz und Politik. Mark Burgman von der Universität Melbourne glaubt, dass solche Listen ein verzerrtes Bild der Realität wiedergeben. Umso schlimmer sei es, dass Schwarzen und Roten Listen eine solche Bedeutung beigemessen werde.

"Wenn wir uns bei der Arterhaltung weiterhin auf solche Listen stützen, steht uns ein Massensterben bevor, dass das Aus- sterben der Dinosaurier vor 65 Millionen Jahren in den Schatten stellt", schreibt der Forscher im "Australian Journal of Botany".

Burgman beruft sich auf Erfahrungen, die er bei der Mitarbeit in US- amerikanischen und australischen Expertengruppen gemacht hat. Dabei liege der Schwerpunkt stets bei spektakulären, hoch- spezialisierten oder nur an wenigen Orten vorkommenden Arten.

Dies seien meist höhere Pflanzen und Wirbeltiere, über den Status von Pilzen oder Algen sei dagegen nur wenig bekannt. "Veränderungen in den Listen beruhen meist auf neuen Erkenntnissen, und nicht etwa auf Veränderungen im Gefährdungsgrad einer Art."

"Für die weniger ansprechenden Arten interessiert sich kaum ein Wissenschaftler, weswegen sie in keine Schutzliste aufgenom- men werden", so der Forscher, "und daher wird auch nichts für ihren Erhalt unternommen."

Dieser selbstverstärkende Mechanismus führe dazu, dass den ohnehin interessanten Arten noch mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird, während die scheinbar uninteressanten Arten unbeachtet bleiben.

Beispielsweise umfasse die Rote Liste für Tasmanien 650 Arten, 200 davon seien jedoch Vertreter einer einzigen Gruppe von Schnecken.


© ArtToday

Tasmanien: Dies ist keine graue Maus sondern ein Kaninchenkänguru. Mehrere Verwandte der gezeigten Art (Potorous apicalis) stehen auf der Roten Liste.

 Mehr Informationen:

IUCN: Red List of Threatened Species

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