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Vorbild Alge: Kampf gegen Bakterien
Australisches Meresalgen besitzen
Wirkstoffe, die eine Besiedlung ihrer Wedel durch Bakterien verhindern.
Diese Naturstoffe, so genannte Furanone, können beim Menschen
Infektionen verhindern.
(jkm) - Wie dänische Forscher
jetzt im Fachblatt "Microbiology" berichten, hat das
Team um den Mikrobiologen Morten Henzer zusammen mit australischen,
deutschen und amerikanischen Kollegen die Furanone synthetisiert
und gegen den Keim Pseudomonas aeruginosa eingesetzt.
Pseudomonas aeruginosa ist ein
weit verbreitetes stäbchen- förmiges Bakterium, das
beim Menschen vor allem Lungenent- zündungen verursacht.
Bei Patienten mit zystischer Fibrose (Mukoviszidose) kann das
Bakterium aber auch schwere oder sogar tödliche Infektionen
auslösen. Es wird eingeatmet und bildet in der Lunge einen
schleimigen Biofilm, der extrem schwer zu bekämpfen ist.
Dieser Biofilm kann sich nicht
nur auf menschlichem Gewebe, sondern unter Nässe fast überall
entwickeln: Die Bakterien besiedeln Wasserleitungen genauso wie
Schläuche oder medizinische Geräte. So kann jeder Krankenhausaufenthalt
für Mukoviszidose-Patienten zu einem Risiko werden.
Die jetzt den ALgen abgeschauten
Furanone stoppen den bakteriellen Biofilm. Sie blockieren einen
Rezeptor auf der Oberfläche des Bakteriums, das dann keine
chemischen Botenstoffe mehr mit seinesgleichen austauschen kann.
Die Unterbrechung ihrer Kommunikation
macht die Bakterien anfälliger für Angriffe des menschlichen
Immunsystems und für eine Behandlung mit Antibiotika, hoffen
die Forscher.
Das Problem: Die Furanone sind
für den Menschen giftig, was ihren längeren Einsatz
als Medikament bis auf weiteres ausschließt. Medizinische
Geräte könnten aber mit Hilfe der Wirkstoffe von gefährlichen
Biofilmen gereinigt werden, sagen die Forscher.
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