|
Meeresumwelt: Stickstoff gegen Einwanderer
In den Ballasttanks von Schiffen
reist nicht nur Wasser um die Welt. Auch zahlreiche Meereslebewesen
gelangen so in Gewässer, in denen sie viel Schaden anrichten
können. Amerikanische Forscher haben deshalb vorgeschlagen,
regelmäßig Stickstoff in die Wassertanks zu pumpen
und den unerwünschten Passagieren so den Sauerstoff zu entziehen.
(jkm) - Wenn ortsfremde Wassertierchen
eingeschleppt werden, besteht die Gefahr, dass sie auf heimische
Arten stoßen, die sich den Eindringlingen nicht erwehren
können. Biologen schätzen, in den nächsten hundert
Jahren könnten bis zu 70 Prozent aller Meereslebewesen durch
aggressive Neuzugänge ausgerottet werden.
Verschiedene Lösungsansätze
versuchten das Problem mit Wasserfiltern, Erhitzen oder dem Einsatz
von Bioziden in den Griff zu bekommen. Diese Methoden sind aber
zum Teil für die Schiffsbesatzung gefährlicher als für
die Organismen in den Tanks. Das Einblasen von Stickstoff ins
Wasser gilt als vergleichsweise ungefährlich.
Der Stickstoff entfernt den Sauerstoff,
den Wasserlebewesen geht im wahrsten Sinne des Wortes die Luft
aus. Stickstoff ist zwar vergleichsweise teuer, hat aber einen
praktischen Nebeneffekt, berichtet Mario Tamburri vom Monterey
Bay Aquarium Research Institute im Magazin "Biological Conservation":
Der Stickstoff verzögert die Korrosion des Rumpfes, dadurch
lassen sich bis zu 100.000 US-Dollar jährlich für sonst
fällige Schutzanstriche sparen.
|