|
Kürbiszucht: Mindestens 8000 Jahre
alt
Seit mindestens 8.000 Jahren
kennt und schätzt der Mensch den Speisekürbis. Dies
belegen fossile Funde von Kürbissamen aus Mexiko. Jetzt konnten
Genetiker durch Erbgut-Vergleiche nachweisen, dass es sich bei
den Spuren nicht um wilde Arten sondern gezielt gezüchtete
Nutzpflanzen handelt.
(jkm) - Die Forscher aus Panama,
Puerto Rico und den USA verglichen sechs wilde Kürbis-Arten
mit sechs domestizierten Verwandten. Dabei konzentrierten sie
sich auf das Gen nad1 im Erbgut der Mitochondrien. Deren DNA wird
nur von der weiblichen Seite vererbt, bleibt über lange Zeiträume
fast unverändert und lässt so Rückschlüsse
über frühe evolutionäre Entwicklungen zu.
Wie die Forscher in den "Proceedings
of the National Academy of Sciences" schreiben, unterscheidet
sich das nad1-Gen der Zuchtsorten deutlich von den wilden Arten.
Die gezüchteten Kürbisse gehen außerdem auf unterschiedliche
wilde Verwandte zurück.
So stammt beispielsweise Cucurbita
argyrosperma vom wilden mexikanischen Flaschenkürbis (Cucurbita
sororia) ab. Er soll in derselben Region aufgezogen worden sein,
in denen auch der Mais zum ersten Mal auftauchte. Der Moschus-
oder Bisamkürbis (Cucurbita moschata) stammt dagegen wohl
aus dem nördlichen Südamerika. Beim Riesenkürbis
(Cucurbita maxima) führen die Spuren nach Bolivien.
Der Gartenkürbis (Cucurbita
pepo) soll als Kreuzung zweier Sorten entstanden sein, die im
Osten Nordamerikas und im nordöstlichen Mexiko beheimatet
waren. Unter den frühen Kürbisbauern muss also bereits
ein reger Erfahrungsaustausch geherrscht haben.
|