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- 08.01.2002 -

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Alte Supernova: Auslöschung im Vorüberziehen?

Eine Supernova hat vor zwei Millionen Jahren für eine ökologische Katastrophe auf der Erde gesorgt. Davon sind amerikanische Wissenschaftler überzeugt. Demnach zer- störte die Sternexplosion die schützende Ozonschicht der Erde, mit fatalen Konsequenzen für das Meeresplankton.

(jkm) - Ausschlaggebend für die neue Theorie war die von Jesús Maíz- Apellániz vom Space Telescope Science Institute, Baltimore, gemachte Entdeckung, dass vor wenigen Millionen Jahren eine Gruppe großer, kurzlebiger Sterne nahe an unserem Sonnensystem vorbeigezogen war.

Die Sterne dieser als Scorpius-Centaurus OB-Sternassoziation bezeichneten Gruppe seien geradezu prädestiniert für Super- novae, erläutern Maíz-Apellániz und seine Kollegen auf dem Treffen der "American Astronomical Society" in Washington, D.C.

Bei der Suche nach irdischen Spuren einer solchen Sternex- plosion stießen die Forscher auf zwei Jahre alte Ergebnisse einer deutschen Arbeitsgruppe, die in Bohrkernen vom Ozeanboden ungewöhnlich viel Eisen-Isotope mit dem Atomgewicht 60 ent- deckt hatte.

Schon damals hatte das Team um Klaus Knie von der TU München spekuliert, das Eisen-Isotop könnte von einer Supernova stammen. Bis zu Maíz-Apellániz' Entdeckung fehlten jedoch geeignete Kandidaten. Laut Benítez gibt es zwischen den beiden Arbeiten "eine sehr gute Übereinstimmung, was die Eisen- Menge und den Zeitpunkt ihrer Ablagerung betrifft."

Der nächste Hinweis kam von Matilde Cañelles, Biologin an den National Institutes of Health. Sie machte auf ein Massensterben von Plankton und anderen Meeresorganismen aufmerksam, das sich vor rund zwei Millionen Jahren abgespielt hatte. Die Ursachen dieser Auslöschung seien jedoch noch nicht geklärt.

"Basierend auf dem Minimalabstand, den wir für eine Supernova in der Scorpius-Centaurus-Assoziation zu jener Zeit annahmen, führte ich dann Berechnungen durch, um die potenziellen Auswirkungen auf die Erde zu ermitteln" erläutert Benítez. Das Ergebnis: Die Strahlung einer solchen Supernova hätte die Ozonschicht und so den schützenden Filter für UV-Strahlung zerstören können.

Nach Ansicht der drei Forscher hätte dies vor allem das Meeresplankton geschädigt, das an der Basis der marinen Nahrungsketten steht. Eine ökologische Katastrophe wäre die Folge gewesen.

Benítez räumt ein, dass die Theorie provokativ klingt. Dennoch stehe sie auf einer festen Basis. "Die Leute untersuchen Supernovae mit Teleskopen und Simulationen auf Supercom- putern", so der Forscher. "Zukünftig könnten einige der wichtig- sten Informationen aber vom Boden des Ozeans kommen."

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mehr Informationen:

Pressemitteilung der Johns Hopkins University

Von roten Riesen, Novae und Supernovae

The Extinction Files

 

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