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Alte Supernova: Auslöschung im
Vorüberziehen?
Eine Supernova hat vor zwei
Millionen Jahren für eine ökologische Katastrophe auf
der Erde gesorgt. Davon sind amerikanische Wissenschaftler überzeugt.
Demnach zer- störte die Sternexplosion die schützende
Ozonschicht der Erde, mit fatalen Konsequenzen für das Meeresplankton.
(jkm) - Ausschlaggebend für
die neue Theorie war die von Jesús Maíz- Apellániz
vom Space Telescope Science Institute, Baltimore, gemachte Entdeckung,
dass vor wenigen Millionen Jahren eine Gruppe großer, kurzlebiger
Sterne nahe an unserem Sonnensystem vorbeigezogen war.
Die Sterne dieser als Scorpius-Centaurus
OB-Sternassoziation bezeichneten Gruppe seien geradezu prädestiniert
für Super- novae, erläutern Maíz-Apellániz
und seine Kollegen auf dem Treffen der "American Astronomical
Society" in Washington, D.C.
Bei der Suche nach irdischen Spuren
einer solchen Sternex- plosion stießen die Forscher auf
zwei Jahre alte Ergebnisse einer deutschen Arbeitsgruppe, die
in Bohrkernen vom Ozeanboden ungewöhnlich viel Eisen-Isotope
mit dem Atomgewicht 60 ent- deckt hatte.
Schon damals hatte das Team um
Klaus Knie von der TU München spekuliert, das Eisen-Isotop
könnte von einer Supernova stammen. Bis zu Maíz-Apellániz'
Entdeckung fehlten jedoch geeignete Kandidaten. Laut Benítez
gibt es zwischen den beiden Arbeiten "eine sehr gute Übereinstimmung,
was die Eisen- Menge und den Zeitpunkt ihrer Ablagerung betrifft."
Der nächste Hinweis kam von
Matilde Cañelles, Biologin an den National Institutes of
Health. Sie machte auf ein Massensterben von Plankton und anderen
Meeresorganismen aufmerksam, das sich vor rund zwei Millionen
Jahren abgespielt hatte. Die Ursachen dieser Auslöschung
seien jedoch noch nicht geklärt.
"Basierend auf dem Minimalabstand,
den wir für eine Supernova in der Scorpius-Centaurus-Assoziation
zu jener Zeit annahmen, führte ich dann Berechnungen durch,
um die potenziellen Auswirkungen auf die Erde zu ermitteln"
erläutert Benítez. Das Ergebnis: Die Strahlung einer
solchen Supernova hätte die Ozonschicht und so den schützenden
Filter für UV-Strahlung zerstören können.
Nach Ansicht der drei Forscher
hätte dies vor allem das Meeresplankton geschädigt,
das an der Basis der marinen Nahrungsketten steht. Eine ökologische
Katastrophe wäre die Folge gewesen.
Benítez räumt ein,
dass die Theorie provokativ klingt. Dennoch stehe sie auf einer
festen Basis. "Die Leute untersuchen Supernovae mit Teleskopen
und Simulationen auf Supercom- putern", so der Forscher.
"Zukünftig könnten einige der wichtig- sten Informationen
aber vom Boden des Ozeans kommen."
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