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- 07.01.2002 -

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Frühe Wirbeltiere: Ohne Biss

Die ersten Wirbeltiere waren vielleicht weniger aggressiv als bislang angenommen, meint ein englischer Geologe. Demnach waren die Mundwerkzeuge der Fisch-Ahnen noch nicht zum Beutegreifen geeignet. Vielmehr scheinen die Tiere harmlose Filtrierer gewesen zu sein, die kleine Nahrungsbröckchen aus dem Wasser siebten.

(jkm) - Mark Purnell von der University Leicester untersuchte Fossilien von so genannten Heterostraci. Diese kieferlosen und mit knöchernen Platten gepanzerten Ahnen der Fische waren lange Zeit ein Lieblingskind der Evolution: Über 140 Millionen Jahre lang bevölkerten sie die Meere in großer Vielfalt, bis sie vor etwa 350 Millionen Jahren verschwanden.

Am Boden ihrer Mundhöhle besaßen die Tiere nach vorne geneigte Knochenplatten. Bisher wurde vermutet, dass sie mit diesen Mundplatten Beute ergriffen oder aber das Sediment nach Nahrung durchpflügten.

Purnell entdeckte nun, dass die Ränder der Mundplatten kaum Verschleißerscheinungen aufweisen. Dies sei mit keiner der bisherigen Ernährungs-Hypothesen in Einklang zu bringen, schreibt der Forscher in den "Proceedings of the Royal Society".

Die elektronenmikroskopische Sichtung enthüllte zudem filigrane "Zähnchen" auf den Platten. Diese ähneln Zehntel Millimeter großen Ahornblättern und säumten anscheinend das Maul der Heterostraci. Ähnlich wie verkehrt herum angeordnete Widerhaken weisen sie zur Mundöffnung hin.

Diese Orientierung hätte ein vollständiges Verschlucken großer Nahrung unmöglich gemacht, so Purnell. "Zudem hätten Beißen oder Fressen von Sediment schnell zum Brechen und schließlich zum Verlust der Häkchen geführt."

Daher bleibe als einzige Ernährungsweise das Filtrieren, glaubt der Forscher. Vermutlich schwammen die urtümlichen Wirbeltiere mit geöffnetem Maul umher, wobei sich kleine Organismen in den "Zähnchen" verfingen.

Dies widerspreche der Vermutung, "dass die Evolution der frühen Wirbeltiere und die Entstehung von Kiefern einen ökologischen Trend zu immer aktiveren und räuberischeren Verhaltensweisen widerspiegelt".

 

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