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Frühe Wirbeltiere: Ohne Biss
Die ersten Wirbeltiere waren
vielleicht weniger aggressiv als bislang angenommen, meint ein
englischer Geologe. Demnach waren die Mundwerkzeuge der Fisch-Ahnen
noch nicht zum Beutegreifen geeignet. Vielmehr scheinen die Tiere
harmlose Filtrierer gewesen zu sein, die kleine Nahrungsbröckchen
aus dem Wasser siebten.
(jkm) - Mark Purnell von der University
Leicester untersuchte Fossilien von so genannten Heterostraci.
Diese kieferlosen und mit knöchernen Platten gepanzerten
Ahnen der Fische waren lange Zeit ein Lieblingskind der Evolution:
Über 140 Millionen Jahre lang bevölkerten sie die Meere
in großer Vielfalt, bis sie vor etwa 350 Millionen Jahren
verschwanden.
Am Boden ihrer Mundhöhle
besaßen die Tiere nach vorne geneigte Knochenplatten. Bisher
wurde vermutet, dass sie mit diesen Mundplatten Beute ergriffen
oder aber das Sediment nach Nahrung durchpflügten.
Purnell entdeckte nun, dass die
Ränder der Mundplatten kaum Verschleißerscheinungen
aufweisen. Dies sei mit keiner der bisherigen Ernährungs-Hypothesen
in Einklang zu bringen, schreibt der Forscher in den "Proceedings
of the Royal Society".
Die elektronenmikroskopische Sichtung
enthüllte zudem filigrane "Zähnchen" auf den
Platten. Diese ähneln Zehntel Millimeter großen Ahornblättern
und säumten anscheinend das Maul der Heterostraci. Ähnlich
wie verkehrt herum angeordnete Widerhaken weisen sie zur Mundöffnung
hin.
Diese Orientierung hätte
ein vollständiges Verschlucken großer Nahrung unmöglich
gemacht, so Purnell. "Zudem hätten Beißen oder
Fressen von Sediment schnell zum Brechen und schließlich
zum Verlust der Häkchen geführt."
Daher bleibe als einzige Ernährungsweise
das Filtrieren, glaubt der Forscher. Vermutlich schwammen die
urtümlichen Wirbeltiere mit geöffnetem Maul umher, wobei
sich kleine Organismen in den "Zähnchen" verfingen.
Dies widerspreche der Vermutung,
"dass die Evolution der frühen Wirbeltiere und die Entstehung
von Kiefern einen ökologischen Trend zu immer aktiveren und
räuberischeren Verhaltensweisen widerspiegelt".
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