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- 03.01.2002 -

 

 

 

 

 

 

 


 

Promiskuität: Schutz vor Inzucht

Bei vielen Tierarten lassen die Weibchen sich von mehreren Männchen begatten. Zwei britische Biologen glauben nun, eine Erklärung für dieses Verhalten gefunden zu haben. Ihre Experimente legen nahe, dass mehrfach begattete Grillenweibchen wählen können, mit welchem Sperma sie ihre Eier befruchten. Auf diese Weise vermeiden sie Inzucht-Effekte.

(jkm) - Bei der Kopulation überträgt das Männchen typischer- weise sehr viel mehr Spermien als zur Befruchtung sämtlicher Eizellen des Weibchens nötig wären. Paarungen sind zudem kostenintensiv, daher rätseln Biologen seit Jahrzehnten, warum Weibchen sich überhaupt mit mehreren Männchen einlassen.

Tom Tregenza und Nina Wedell von der University of Leeds gingen nun der Vermutung nach, dass Mehrfach-Paarungen bei der Vermeidung von Inzucht helfen und so die Überlebens- chancen der Nachkommenschaft erhöhen. Zunächst zogen sie mehrere Familien von Mittelmeerfeldgrillen (Gryllus bimaculatus) groß. Dann "arrangierten" sie jeweils zwei aufeinander folgende Paarungen der Weibchen mit verwandten bzw. nicht verwandten Männchen und ermittelten den Fortpflanzungserfolg.

Hatten die Weibchen sich mit zwei nahe verwandten Männchen gepaart, schlüpften aus rund 35 Prozent der abgelegten Eier Larven. War mindestens einer der Geschlechtspartner ein nicht verwandtes Männchen gewesen, lag die Schlüpfrate über 50 Prozent, berichten die Forscher in "Nature".

"Die einzige plausible Erklärung für diesen Effekt ist, dass die Spermien des nicht verwandten Männchens erfolgreicher bei der Befruchtung der Eier sind" so Tregenza und Wedell. Der zugrunde liegende Mechanismus sei zwar unbekannt. Vermutlich könne das Weibchen aber den Samen von verwandten und nicht verwandten Männchen unterscheiden und die Befruchtung entsprechend steuern, glauben die Forscher.

"Inzest stellt bei vielen Arten ein Risiko dar", erläutert Tregenza, "daher können neben Grillen vermutlich auch andere Arten Promiskuität zu ihrem Vorteil nutzen."

 

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